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MadEast Challenge 500 '10
 
 
 
 
 
5300hm Gesamthöhenmeter verteilt auf 230hm Prolog, 2750hm auf der 2. Etappe und noch ein bisschen über 2300hm auf der 3. Etappe.
200km Verteilt sich wie folgt: 7, 110 und 83km.
S1 - S2 Stellenweise ausgesetztes Gelände bei großem Gefälle und schlammigem Untergrund.
80€ Startgeld für 3 Tage Qualen.
www   www.madmission.de
 
Rennbericht vom Marcus 1. Etappe
Eigentlich wollte ich lust- und zeitbedingt nur am Samstag zur zweiten Etappe der diesjährigen Madeast Challenge starten, aber Alex konnte mich dann irgendwie doch noch überzeugen beim Prolog Rennen am Freitag teilzunehmen. Am Abend zuvor machte ich mir so meine Gedanken, wie wohl die Strecke aussehen könnte. In naiver Denkweise dachte ich dabei so an steinige Feldweg Uphills und smoothe Downhills ...

Der Freitag war gekommen und ich verspürte an diesem Tag so eine kleine permanente Aufregung, da es der erste Marathon in diesem Kalenderjahr war. Nach dem Alex mich abgeholt hatte, ging es im Tiefflug über die Müglitztalstraße nach Geising. Dort schnell die Nachmeldung abgeschlossen und ab zum Auto, wo ich dann so leicht in grübeln kam, warum wir statt zwei Vorderräder nur eins im Auto hatten. Also schnell wieder nach Pirna zurück und das zweite Laufrad geholt.

Fertig präpariert rollten wir uns gemütlich 10km und 300hm ein und kullerten dann langsam in die Startaufstellung. Beim Einfahren wurden noch schnell die Startnummern abgeglichen. Leider nützte dies nichts, denn meine Zeit wurde trotzdem falsch gewertet, da man mich einfach auf Startzeit eine halbe Stunde vorher geschrieben hatte.

Die Anspannung wuchs und dann ertönte endlich der Startschuss. Wir waren keine 20m aus dem Startblock raus, schon lag die erste Fahrerin quer in der Luft und knallte auf den Asphalt. Und konnte gerade noch ausweichen, musste aber so stark bremsen, dass gleich eine relativ große Lücke entstand. Es galt also die gut 50m wieder zu zufahren, was mir dann auch relativ zügig gelang. Leider versperrten mir diverse Fahrerinnen das weitere Aufschließen auf Alex.

Nachdem ich diese alle noch auf dem kurzen Asphaltstück überholen konnte, bis ich mir an der bis dahin führenden Fahrerin die Zähne aus. Nein ganz so schlimm war es nicht. Ich fuhr mit relativem Anschlag hinterher und überholte sie dann auf einem kurzen flacheren Stück. Die darauffolgende kleine 15cm breite Holzbrücke war mir dann doch bei Puls 190 ein wenig zu heiß, so dass ich schnell absprang und den Trail aus Steinen und Wurzeln hinaufrannte. Dabei überholte ich Alex, der noch mit seiner Schaltung haderte. Gemeinsam stürmten wir dann mit den Bikes unter dem Arm nach oben auf die Forststraße. Nach einem kurzen Stück überholte mich dann Alex und ich konnte nicht mehr folgen, da ich schon Anschlag fuhr. Mit der Zeit erholte ich mich auf dem leicht ansteigenden Stück und erhöhte die Geschwindigkeit mit zum nächsten Trail. Dieser führte uns über verblockte und rutschige Pfade zur alten Bobbahn von Geising.

Die Abfahrt war echt tricky und sehr schnell. Für die meisten allerdings zu schnell, denn selbst die Favoriten stürzten reihenweise. Dank meiner etwas dezenteren Fahrweise konnte ich meinen Sturz vermeiden. Die Piste war sehr aufgeweicht, schlammig und sehr ruppig. Ab der Hälfte schloss ich dann auf andere Fahrer auf, welche ich aber leider nicht mehr auf dem Trail überholen konnte. So verlor ich ein paar Sekunden. Wenigstens auf der Zielgerade konnte ich noch an zweien vorbeifahren.

Mit dem Ergebnis war ich dann auch ganz zufrieden. Auch wenn ich noch nie Krämpfe ich den Händen hatte. Aber die Abfahrt war etwas grenzwertig für einen Prolog. Dann schnell die Bikes abgekärchert und ab nach Hause und regenieren.
Rennbericht vom Marcus 2. Etappe
Nach einer guten und entspannten Nacht erwartete uns auch am zweiten Tag der MadEast Challenge Kaiserwetter in Geising. Diesmal in entspannter Fahrt im Kleinbus ging es wieder zum Start an die Eissporthalle in Geising. Nach ein bisschen rum datteln und warmfahren stellte wir uns in ´den Startblock. Komischerweise bauten sich die nachfolgenden Fahrer hinter uns auf, so dass wir uns in der ersten Startreihe wiederfanden. Gott sei Dank war ich an diesem Tag deutlich gelassener am Start, da man ja genug Zeit hatte, seine Grenzen auszuloten und nicht mit 180er Durchschnittspuls über die Trails jagen musste.

Angeblich sollte es fliegender Start sein. Aber wenn man mit dem Auto gleich mal mit 30 die Berge hochfährt, kann vom gemütlichen Starten keine Rede mehr sein. So ging es also auf dem großen Blatt gleich im Tiefflug über die 12% Anstiege zum ersten Trail. Nach ungefähr 2km waren wir schon dermaßen durch genässt und dreckig, dass ich mich auf die weiteren Erfahrungen an diesem Tag freute. Gleich auf der ersten kleineren Abfahrt bekam wieder jemand die Kurve nicht und ich war wieder mitten im Geschehen, konnte aber gerade noch so durch die Unfallstelle durchschlüpfen.

Wo genau die Strecke dann so lang ging, kann ich nicht mehr allzu genau von mir geben. Ich weiß nur, dass ich die ersten 2h nur Schlamm und Trails gesehen haben. Ob hoch oder runter war dabei eigentlich egal. Irgendwann kurz vor Holzhau erwischte es mich dann doch mal wieder. Obwohl ich schon mehr als einen Sturz dieses Jahr weg hatte, gelang es mir nicht, mein Fahrrad durch diese Art Schlammteich zu bekommen. Das Vorderrad rutschte einfach mal weg und ich machte eine Bauchlandung ins Wasser. Komplett durchgenässt und etwas wackelig fuhr ich den Trail nach Holzhau runter. Man muss sagen das fast alles Trails an diesem Tag echt grenzwertig waren. Nicht nur das sie steil und teils verblockt waren. Das Problem war der teilweise 20cm tiefe Schlamm oder die halben Flüsse auf den Wegen. Naja genug gejammert.

Am Anstieg in Holzhau an der Skipiste entlang holte ich dann auch wieder meine Gruppe ein und ich bemerkte allmählich die ersten Krämpfe im Beinbeuger. Ui dachte ich mir so. Schon wahnsinnige 40km und 1000hm geschafft und ich hatte schon die ersten Krämpfe. So konnte es weiter gehen. Ein bisschen probierten wir die Weg der alten Holzhau Teamstrecke aus und ich erinnerte mich gerne. Ich glaube als nächstes ging es nach Neuhausen. Von dort aus starteten wir auf eine gebückte Runde um einen die letzte Motivation zu nehmen. Es folgte ein sehr langer steiler Anstieg zum Schwartenberg. Wie fast alle Teilnehmer hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits massive Probleme mit meiner Schaltung, so dass die Kette regelmäßig klemmte, sobald ich das kleine Blatt auflegte. Also musste ich notgedrungen schieben. Oben auf dem Schwartenberg kurz die Trinkflaschen gefüllt und auf eine Abfahrt die nur noch als abartig zu bezeichnen ist. Wer dort als Marathonbiker herunterfährt, dem zolle ich höchsten Respekt. Den ersten Kannten konnte man noch mit dem Arsch auf dem Hinterrad hinunterrutschen, was dann aber folgte waren keine Abfahrten mehr, sondern ähnelte eher dem freien Fall. Also schnell runter vom Bike und in großen Sätzen runterspringen.

Zumindest war die Schleife geschafft und es ging durch das Nussknackerfestzelt von Heuhausen Richtung Tschechien. Mit ordentlich Schmackes ging es die Asphaltstraße hinunter und mit einem kleinen Jump direkt hinein in den kleine Fijimarkt. Nun kam das Highlight des Tages. Der Flößergraben. Dieser ist einfach zu beliebt bei den Fahrer, um nicht im Programm zu haben. Endlos wirkender Aufstieg hinauf zum Flößergraben, dann Wurzelpassagen vom feinsten sowie Kletterpartien über Felsen runden die Sache ab. Eigentlich ist man an dieser Stelle nach über 2000hm schon fast klinisch tot, aber irgendwie muss man auch hier durch. Hat man es geschafft wird man mit ein weiterem steilen Anstieg belohnt. Nach einiger Zeit auf Forststraßen und tschechischen Dorfstraßen gelangt man Richtung Rehefeld.

Zu diesem Zeitpunkt fuhr ich dann mehr oder weniger ein einsames Rennen. Es überholte mich noch eine vierköpfige Gruppe, wo ich leider nicht mehr lange im Windschatten bleiben konnte. Dann holte ich noch den ein oder anderen total erschöpften Fahrer ein. Bis wir fast alle den nicht vorhandenen Wegweiser Nahe Rehefeld übersahen und 50hm umsonst den Berg hinauf fuhren. Schnell wieder zurück und am Verpflegungspunkt ein paar Becher Cola reingeschüttet.

Am Fuße des Kahleberges wurden wir wieder Opfer der sadistischen Organisatoren. Statt wenigstens ein kurzes Stück Asphalt zu fahren, durften wir die Abkürzung durch 2km langen Morast nehmen, bis wir mit einer kurzen Teerstraße bergauf beglückt wurden.

Da ich immer noch nicht wusste wie lange die Strecke noch werden sollte, hielt ich mich immer noch ein wenig zurück, um nicht die Beine komplett leer zufahren. Nach einem kleinen Umweg auf dem Kahleberg angekommen, fuhren wir ein paar kleinere Pfade und Forststraßen Richtung Biathlonstadion, wo der eigentlich letzte Kanten des Tages mit 15% wartete.

Zum Schluss ging es noch einmal die ehemalige Bobbahn von Geising hinunter. Zu diesem Zeitpunkt war mir die Platzierung fast egal geworden. Ich wollte nur noch sturzfrei nach Geising herunter. Dann endlich die Ziellinie. Nach über 6h glücklich und erschöpft im Ziel. Leider konnte ich zeitbedingt am dritten Tag nicht starten, aber zumindest hatte ich Sonntagmorgen keine besonders schweren Beine, so dass vielleicht sogar etwas mehr gegangen wäre als heute. Denn ich hatte den Eindruck, dass sich manche Fahrer bis zur völligen Erschöpfung verausgabt hatten.
Ergebnisse 1. Etappe
Alex AK Masters 22. von 66
Marcus AK Herren 21. von 44
Ergebnisse 2. Etappe
Alex AK Masters 18. von 83
Marcus AK Herren 20. von 56
Torsten AK Herren 39. von 56
Ergebnisse 3. Etappe
Alex AK Masters 18. von 81
 
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