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Drei-Talsperren-Marathon '09
 
 
 
 
 
2100hm Alle Höhenmeter werden auf Schotter und Teer erreicht.
16% Ein kurzer knackiger Anstieg zum Auersberg.
103km Landschaftlich sehr reizvolle Streckenführungen ohne große Überraschungen.
S0 - S1 S1 vergebe ich mal, da der Untergrund extrem rutschig war.
25€ Für das Geld eine top Verpflegung und Transponder-Messung.
www   www.drei-talsperren-marathon.de
Ein schöner Tag war das heute. Schönes Wetter, landschaftlich schöne Strecke und ein schöner beinahe Saisonabschluss. Am heutigen Tage lief einfach mal alles rund, was ja auch mal sein sollte, nach dem die Saison Höhen und Tiefen bereithielt.

Nach dem obligatorischen halbstündigen Einfahren auf der Tartanbahn, erfolgte 9:45 der Startschuss auf die 100km Runde der Mountainbiker. Ziemlich weit vorne in der Startaufstellung rollten wir uns die ersten 500m gemütlich warm, um dann 300hm am Stück zum ersten Stausee hochzufliegen. Der Pulsmesser zeigte permanent 90% und mehr an. Ich machte mir so meine Gedanken, ob das auf Dauer gut geht. Es ging. Am Ende war es ein Durchschnittspuls von 172/min. Persönliche Bestmarke oder wie auch immer man den Wert einordnen will.

Im mäßigen auf und ab ging das erste Mal zum Auersberg. Steil, kurz und einfach gerade nach oben führte der Anstieg zum Aussichtspunkt. Schnell den Becher im Fahren übergeben lassen und sofort auf Abfahrt umschalten. Da es sich um eine Breitsportveranstaltung gehandelt hat, war die Abfahrt technisch nicht anspruchsvoll. Maximal S1, da es durch den vielen Kies und Schotter sehr rutschig war. Mit weit über 60km/h ging es ziemlich lange bergab. Einfach rollen lassen und den Schnitt nach oben korrigieren war meine Devise zu diesem Zeitpunkt. Positionskämpfe gab es während des Rennens nicht wirklich. Es wurde sehr diszipliniert und fair gefahren. Auch wechselte die Führungsarbeit permanent.

Nachdem sich eine kleine 6-köpfige Gruppe heraus kristallisierte zog das Tempo etwas an. Wir fuhren den Auersberg nun ein zweites Mal an und mittlerweile wollten die Beine auch nicht mehr so, wie beim ersten Mal. Es wurde steil. Fast schon so, dass man das kleine Blatt nutzen musste. Doch noch zwang mich der 15% Anstieg nicht in die Knie. Die Gruppe zerfiel zu Sehens. Umso erstaunlicher war es, dass ich als erster noch den Auersberg erreichte und mich in die Abfahrt stürzen konnte. Fahrtechnik ist ja bekanntlich (laut Trainer Säckl) nicht so mein Stärke, um so mehr überraschte es mich, dass mir nur ein Fahrer von Stein Bikes mir bergab folgen konnte. Die ersten 50km waren absolviert.

In dieser Phase dachte ich mir so, dass jetzt eigentlich das Rennen auch zu Ende sein könnte. Immerhin hatten wir schon über 1200hm zurückgelegt. Nur nicht so viel nachdenken, sonst endet das wieder wie am Kahleberg mit fatalen Sturz, dachte ich mir und konzentrierte mich wieder auf die Strecke. Dies wurde durch die zarten Abfahrtsversuche der 50km und 30km Fahrer nicht einfacher. Im Gegenteil. Zu zweit nebeneinander. Und ich mit gefühlten 30km/h Unterschied in den Kurven vorbei. Schön noch mit querstehenden Hinterrad um die Spitze Kurve und los ging die Tempojagd mit Hannes vom Team Steinbikes.

So fuhren wir nun gut und gerne 30km zusammen, wobei ich leider nicht mehr ganz so viel Führungsarbeit leisten konnte, weil ich zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich platt war. Ich denke, dies ist auch dem hohen Anfangstempo der Gruppe am ersten Berge geschuldet. Die Wärme und die fehlende Flüssigkeit in meinem Körper taten ihr übriges dazu. Schließlich überholten wir noch einen alleinfahrenden Biker, welche sich noch kurz in unserem Windschatten ausruhte. Am letzten Berg wurde ich dann einfach stehen gelassen. Ich konnte nicht mehr gegenhalten. War schon auf dem kleinen Kettenblatt angekommen und schaute alle 10 Sekunden auf den Kilometerzähler in froher Erwartung an das Ziel.

Immer auf Sichtweite konnte ich die Lücke zu Hannes nicht mehr zufahren. Das letzte Gel bewahrte mich vor einen größerem Einbruch und so fuhr ich ein Rennen gegen mich selbst, und fragte mich des Öfteren, warum ich mir das hier gerade antue und ob es wirklich sinnvoll ist, nächstes Jahr ein Etappenrennen zu fahren. So fuhr ich mehr langsam als schnell die letzten Kilometer um einer der Talsperren. Niemand hinter mir und nur ab und zu einer vor mir, welchen ich aber nicht einzuholen vermag.

Endlich ein Kontrollposten. Ich wusste nicht so ganz was sie sagten, aber die Zahl 23 hörte sich in meinen Ohren ganz gut an und ich dachte, dass sollte ich wenigstens halten können. Die Divise hieß noch mal angreifen. Ein Kampf mit stumpfen Mitteln. Ich war fertig. Die Trinkflaschen alle und einen Riegel hätte ich nicht mehr essen können. Ich sehnte mich nur noch nach dem Ziel. Ständig wartete ich auf den letzten Anstieg. Doch diese kam nie. Es ging nur wellig hoch und runter.

Ich erreichte den letzten Verpflegungspunkt kurz vor dem Ziel. Ich griff mir einen Becher Wasser und fragte nach der Entfernung. 2km lautete die Antwort. Endlich dachte ich mir. Die letzten 100hm kroch ich im gefühlten Schneckentempo von maximal 15hm/min den Berg hoch. Es war geschafft. Kurzer Orientierungslosigkeit. Einfahrt auf den Sportplatz. Der Streckensprecher posaunte meinen Namen in das Mikro und in die Lautsprecher. Zeit für einen Zielsprint. Lockout. Krämpfe. Schlitterndes Fahrrad bei der Einfahrt in die Zeitmessbox. Es war geschafft. Glücklich. Dehydriert und irgendwie gelassen genoss ich die Ankunft. 4Menschen schüttelten mir gleichzeitig die Hand. Zwei davon kannte ich zumindest :)

Im Anschluss wartete ich noch gemütlich auf dem Kunstrasen liegend auf Torsten, welcher sich auch mit einer respektablen Leistung auf der internationalen Bühne zurückgemeldet hat.
Ergebnisse
Marcus Gesamtwertung 19. von 100 | Herren 6. von 22

Torsten Gesamtwertung 43. von 100 | Herren 11. von 22
 
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