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Etappe 5: Burgeis - Bormio
 
 
 
 
 
1900hm Alle Höhenmeter werden an einem Stück gefahren. Von Laatsch geht es nach St. Maria und dann den Umbrailpass hinauf. Die letzten 300hm fährt man noch die Westanfahrt zum Stilfser Joch.
17% Nur ein kleine kurze Rampe auf einer breiten Teerstraße am Umbrailpass.
10% Keine besonderen Anforderungen. Nur Serpentinenabfahrt.
60km Die Strecke führte uns von Burgeis nach Bormio.
mittel Bis auf die Serpentinenabfahrten keine Herausforderungen. Ein sehr erholsamer Tag.
Straße, Schotter Ab Laatsch Schotterweg. Kurzer Natursplitweg am Umbrailpass. Ansonsten nur Teerstraße.
55€ 6€ Café in Bormio
4€ Einkauf
5€ Pizza
40€ Unterkunft mit Frühstück
4:00 3,5 Stunden zum Stilfser Joch und eine halber nach Bormio.
Zwischen St. Maria und Stilfser Joch am 19. August 2007 Ich sitze hier gerade in einer Höhe von, ich denke, 1900m. Seit 1000hm geht es bergauf und jetzt brauche ich einfach mal eine kleine Pause. Ziel ist für mich heute der höchste befahrbare Pass in den Alpen. Das Stilfser Joch auf 2843m üNN. Ich fühle mich zwar noch im Stande zu fahren, aber besonders das Val DUina gestern, hat merklich Spuren in meinen Beinen gelassen. Zum Glück regnet es mal zur Abwechslung nicht, nachdem wir ja gestern in einen Starkregen ab dem Val Duina gekommen sind. Torsten und Rico haben die Geländerunde gewählt und haben als höchsten Punkt 2300m zu bewältigen. Seit dem Regen gestern ist auch mein HAC4 kaputt. Naja gibt es jetzt wenigstens einen Grund zum Kauf eines neuen HAC5. Ansonsten ist der Umbrailpass relativ wenig befahren. Nur die ganzen Motorradfahrer und die Cabrioprolls und ihre bezahlten Tussis nerven zunehmend. Einige Motorradfahrer grüßen sogar und zollen mir ihren Respekt. Der einzige Radfahrer bergauf hat mich auf den ersten Metern stehen gelassen, als würde ich gar nicht fahren. Naja er war vermutlich frisch und ohne Rucksack und sowie vermutlich ohne 8000hm in den Beinen unterwegs.
Bormio, Italien am 19. August 2007 Start war heute früh in Burgeis, Italien im Gasthof Gerda. Wirklich eine Traumübernachtung. Dann ging es schnell weiter entlang eines Flusses auf einem gut zufahrenden und angenehm steigenden Schotterweg nach Tauchers bzw. weiter nach St. Maria. Dort trennten sich die Wege zwischen Torsten/Rico und mir. Zurzeit sitze ich noch an der Touriinfo und warte auf die beiden. Während ich hoffe, dass es nicht gleich zu regnen beginnt. Der Anstieg von St. Maria zur Schweizer Grenze war der Hammer. Zumal es schon von Laatsch aus 400hm bergan ging. Nicht hätte ich ahnen können, dass der Aufstieg mir alles abverlangen würde. Die Steigung war mit 10% durchschnittlich gut fahrbar und den kleinsten Gang brauchte ich auch nicht. Dennoch absoluter Wahnsinn, wenn man ins Tal bzw. Stilfser Joch hochschaut.
Kommentar: Zwischenzeitlich ab und zu mal angehalten um ein paar Fotos zu machen und auch ein wenig um zu verschnaufen. Dann der grandiose Einfall die lange Weile durch Musik wettzumachen. Ein wenig Trance, Klassik, Hip Hop und schon ging es um einiges besser und man fühlte sich gleich nicht mehr so einsam. Ein wenig Fanta 4 Yeah Yeah Yeah und Lockout rein. Geil!! Zwischensprint auf 2000m Höhe bei 15%.
Dann sah ich einen Rennradfahrer ziemlich klein, der aber ebenfalls die Absicht hatte, diesen Umbrailpass zu erklimmen. Er kam dann auch immer näher. Naja habe mit ihm ein paar Worte gewechselt und an der Grenze bzw. Stilfser Joch traf ich ihn dann wieder. Mit einem Powergel konnte ich dann wenigstens den Abstand klein halten, aber viel kam nicht mehr aus meinen Beinen heraus. Oben an der Grenze angekommen. Ein nettes kleines schweizerisches Zollhaus und ein schöner Blick auf die Steinwüste vom Stilfser Joch.
Noch 300hm und dann sollte es vollbracht sein. Im wieder feuerten mich Motorradfahrer an. Jede einzelne der letzten 10 Kehren ist versehen mit Nummer und Höhenangabe. Welch eine Motivation. Irgendwann rissen bei mir die Dämme und ich weine einfach vor Freude, einen der härtesten und längsten Alpenpässe fast erklommen zu haben. Ein Gefühl von Freiheit, Ehrfurcht, Motivation, Einmaligkeit und Selbstwertgefühl es geschafft zu haben.
250m noch und ein Motorradfahrer, der sich gerade vor dem ersten Passschild fotografieren lies, feuerte mich an. Ich: mittleres Kettenblatt, Lockout und 3mal klicken und ich fand mich im Rausch fast vor der Besinnungslosigkeit, brennenden Muskeln und schmerzverzogenen Gesicht in einem Endspurt wieder, den ich so noch nicht gefahren war.
Oben angekommen relative unspektakulär ein paar Fotos schießen und alles anziehen, was geht für die Abfahrt, weil es zu regnen begann.
Kommentar: so die beiden kommen
entweder man bezeichnet die Abfahrt als Wahnsinn oder als geistesgestört. Also Wahnsinn! Kilometerlang ging es nach Bormio bergab. Die Kehren spät anbremsen geht vermutlich nur mit Scheibenbremsen. Die Rennradfahrer beneide ich nicht. Denn selbst meine Scheibe hat geglüht. Wenn dort runter die Bremse versagt, fällt man maximal auf die nächste Kehre. Nach den Kehren und dem Überholen einiger PKWs, ging es mit Highspeed in ein paar Tunnel, was ohne Licht ganz schön gekickt hat. Nur so richtig verstanden habe ich nicht, dass mich ein paar Autofahrer patu nicht vorbei lassen wollten. Derweil habe ich selbst Motorradfahrer durch die Kehren vor mir her gehetzt.
in Bormio angekommen war es erst 14Uhr und so habe ich mich mit ein paar anderen Alpencrosser unterhalten, welche keine aktuelle Karte hatten. Anschließend habe ich mich dann an die Touriinfo begeben und nach einem Hotel für unsere heutige Übernachtung zu fragen. Das billigste war 35€ die Nacht in einem 2 Sterne Hotel. Haben uns dann aber für die 3 Sterne Variante entschieden. Hier scheint aber alles relativ teuer im Vergleich zu dem Gasthof Gerda zu sein. Während die beiden noch unterwegs waren, habe ich mich dann noch gemütlich in ein Straßencafe gesetzt und Mittagspause gemacht.
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