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Etappe 4: Bodenalpe - Burgeis
 
 
 
 
 
2100hm Die Ansammlung von Höhenmeter wirken nur in der Uina Schlucht anstrengend. Dort geht es mit schätzungsweise im Schnitt 10% die Schlucht hinauf. Der Weg zur Heidelberger Hütte ist sehr angenehm zu fahren. Etwa 500hm über den Fimberpass sind zu schieben und tragen. Ab ca. 1800m sind in der Uina Schlucht noch die restlichen 400hm zu tragen und schieben. Manchmal kann man aber noch ein kurzes Stückchen fahren.
27% Die maximale befahrbare Steigung findet man in der Uina-Schlucht. Die Trage- und Schiebepassagen am Fimberpass weisen auch Steigung von mehr als 40% auf.
40% Die steilsten Gefälle befinden sich am Einstieg vom Fimberpasstrail und der Abfahrt von der Sesvanna Hütte. Theoretisch fahrbar, aber bei Nässe nur Technikern zu empfehlen.
50km Startpunkt: Bodenalpen. Ziel: Burgeis. Die Strecke ist nicht sehr lang, aber auch hier wieder sehr lange Trage- und Schiebepassagen am Fimberpass und die Uina Schlucht.
hart Der Fimberpass ist ein extrem langer und harter Trail. Durch das durchgängig hohe Gefälle und die losen Steine, braucht es entweder viel Federweg oder eine gute Handmuskulatur. Der Einstieg ist sehr schwierig und verläuft fast senkrecht nach unten. Die Abfahrt von der Sesvanna Hütte ist vom Untergrund her, nicht so sehr verblockt, jedoch verlauft sie auf teilweise nacktem Fels und ist somit glatt. Zudem ist sie auf den ersten Metern extrem steil. Absturzgefahr.
Straße, Schotter, Fels, Trail Die Auffahrt zur Heidelberghütter ist mit eine breiten Schotterpiste versehen. Der Fimberpass ist auf beiden Seiten extrem steinig und verblockt. Die Auffahrt in der Uina Schlucht besteht anfangs aus Teer, dann Schotter und zum Schloss aus einem steinig verblockten Trail. Auf der Abfahrt von der Sesvanne Hütte fährt man anfangs auf Fels und anschließend auf einem breiten Schotterweg. Gefahr bringen hier nur die nassen Holzrinnen.
52€ 52€ Unterkunft Hotel Gerda mit Abendessen und Frühstück
6:00 Den größten Teil von der Zeit her gesehen schiebt man.
Heidelberger Hütte am 18. August 2007 Das Wetter ist heute mal ausnahmsweise nicht zum meckern, sondern sonnig und warm. Auf 2300m Höhe haben wir 18°C und relative gute Sicht. Die Beine fühlen sich gut an. Je mehr Höhenmeter umso besser werden meine Beine. Torsten nörgelt wie jeden Tag und sucht Ausreden. Die Aussicht ist naja. Halt eine normale Alpenschlucht mit bimmelnden Kühen.
Burgeis am 18. August 2007 Los ging es heute Morgen an der Bodenalpe. Es war zwar eiskalt und das Temperatur überschritt die 4°C Marke nicht, aber zum ersten Mal seit Beginn unseres Alpencross hatten wir fast richtigen blauen Himmel. Wir packten also unsere Sachen und gingen gemütlich zum Frühstück essen, was leider etwas spartanisch ausfiel. Der Übernachtungspreis war mit über 40€ auch nicht gerade ein Schnäppchen. Sei es drum.
Dick eingemummelt und mit frischen Öl auf der Kette ging es die ersten Meter die Abfahrt vom Vortag hinauf. Da es gleich mal wieder mit 15% losging und die Temperatur, mehr oder weniger schnell stieg. Entschloss ich mich gleich mal ein paar Kleidungsstücke loszuwerden. Da man jedoch die engen Beinlinge nicht über die Schuhe bekommt, setzte ich mich erst Mal auf einen kleinen Hügel, der sich ein wenig später als Netz von Ameisen entpuppte.
Wieder auf dem Bike fahrend, war der Abstand zu Torsten und Rico schon ein wenig größer geworden. Die Strecke war oder ist einfach nur ein Traum. Das Val Gronda schlängelt sich auf lockeren 8-10% bis zur Heidelberger Hütte hinauf. Zwischenzeitlich passiert man einige Gatter sowie die Schweizer Grenze. Die Schotterstraße ist hervorragend zu befahren.
An der Heidelberger Hütte machten wir dann die erste kleine Pause, um mal ein wenig Energie aufzunehmen. Bis hierher hatten wir schon wieder mehr als 400hm in schönster Landschaft zurückgelegt. Ab der Heidelberger Hütte muss man nun auch wieder das Fahrrad schiebe oder tragen, denn der Pfad über den Fimberpass ist nicht fahrbar. Nach den ersten 400hm Schieben geht es auf ein flaches Stück, wo auch wieder Fahren möglich ist.
Allerdings war der Untergrund so aufgeweicht, dass dies auch recht anstrengend war. Die letzten Höhenmeter geht es auf groben Schotter den Berg hinauf. Die Weg sind teilweise schon beim Schieben so anstrengend, dass man ab und an eine kleine Verschnaufpause einlegen muss. Oben angekommen offenbart sich einem nicht gerade eine wahnsinnige Aussicht. Vielmehr blickt man auf der Südseite auf den schmalen Trail den man, um ins Tal zugelangen, "bezwingen" muss und auf der Nordseite auf die massiven 3000 und 4000er Berge, welche an den Spitzen noch mit Schnee bedeckt sind.
Die ersten Meter des Fimberpass sind eine echte fahrtechnische Herausforderung und erfordern schon ein gewisseses fahrtechnisches Können. Die Gefälle betragen so 35% auf losem Untergrund. Was sich daran anschließt ist ein Trail voller Steine, eng am Abgrund entlang und teilweise ziemlich ausgewaschen. Die Hardtail Piloten sind hier wirklich nicht zu beneiden. Denn eine 80mm Federgabel stößt hier regelmäßig an ihre Grenze. Zudem bewegt man sich in Geschwindigkeitsspähren, wo einem die Hände vom regelmäßigen Bremsen und Durchgeschüttel so sehr wehtun, dass man anhalten muss.
Nach dem wir uns mehr oder weniger den Berg hinunter gequält haben, geht es längs durch ein Flussbett hindurch, was aber trotz des groben Gestein fahrbar ist. Hinüber über abenteuerlicher Brückenkonstruktionen auf die andere Seite und eine schöne und schnell Schotterstraßenabfahrt beginnt. Nach einigen Kilometer erreicht man auch wieder die Zivilisation und man kann eine größere Pause auf einen der herrlich grünen Wiesen einlegen und die Natur genießen. Bis Sur En ging es dann noch einige Asphaltserpentinen und der Straße entlang. Die Gegend ist insgesamt recht schön. Aber vielleicht lag es auch daran, dass wir zum ersten Mal Sonne hatten und dadurch alles freundlich und schön wirkte.
Ab Sur En beginnt der spektakulärste Teil der heutigen Tour. Die Auffahrt zur Schlucht Val DUina. Am Anfang noch gut fahrbar mut durchschnittlich nur 8-9% wird der Weg bald beschwerlich und erfordert Biss und vor allem Kondition, denn die steilen Rampen bis 20% werden nur ab und an durch 10% Anstiege erträglich. Beschwerend kam bei uns auch noch die brütende Hitze hinzu. Zudem muss man aufpassen, dass man nicht mit den abfahrenden Mountainbiker zusammenstößt.
Anfänglich noch wesentlich über der Flusshöhe fahrend, überquert man den Fluss das ein oder andere Mal und findet sich bald auf Flusshöhe wieder und man kann nicht wirklich mehr von einer Schlucht reden. Aber die bekannte Val DUina Schlucht ist noch lange nicht erreicht. Auf ungefähr 1800m Höhe ist dann auch bald das letzte offiziell befahrbare Stück erreicht. Laut Roadbook ist das gesamte Val DUina komplett fahrbar. Was für ein Witz. Wer hier fährt, kann wirklich nur noch als Todessehnsüchtig bezeichnet werden. Nicht nur das man keine 1,5m Wände hinauffahren kann, welche sich auf dem ca. 40cm breiten Weg befinden, sondern auch Tunnel in denen man nicht mal seine Hand vor Augen sieht. Geschweige denn, die Felsen, die sich einem in diesen Tunnel in den Weg stellen.
Hat man die ersten 100hm geschafft, schlängelt sich der Weg auf ca. 0,5-1m Breite an der Schlucht entlang und offenbart die Kraft des Wassers in Millionen von Jahren diese Schlucht zu erschaffen. Der Weg ist überhaupt erst seit dem letzten Jahrhundert fahrbar als man einen Weg in den Fels sprengte. Ein wenig höhentauglich sollte man schon sein, wenn man sich auf diesen Weg begibt, aber dies sollte ja nach dem Schrofenpass kein Problem mehr darstellen.
Verlässt man das Val DUina so eröffnet sich einem oberhalb eine bergige oder hügelige schroffe Alpenlandschaft mit vielen vielen Steinen, die auf den Wegen "rumliegen" und das Fahren sehr erschweren. Sowieso ist hier oben wieder nicht alles so richtig fahrbar. Vielleicht besser es macht mit dem Hardtail nicht so richtig Sinn, wenn sich noch ein wenig Kraft für die nächsten Tage aufheben will. Teilweise gibt es wieder 35% Rampen, aber diesmal bergauf, wo fahren wohl kaum noch lohnenswert bzw. sinnvoll ist. Hat man den beschwerlichen Weg auf den höchsten Punkt hinter sich gelassen, fährt man direkt weiter zur Sesvanna Hütte. Ab hier beginnt wohl die schnellste Schotterstraßenabfahrt, die in den Alpen auf einen warten kann. Das Gefälle nimmt man durch die Bezugspunktlosigkeit überhaupt nicht mehr war.
Auch nicht, dass das Gefälle hier Werte von 25% und mehr anzeigt. Ohne Scheibe kommt man hier vermutlich überhaupt nicht mehr zum stehen, geschweige denn, man kann überhaupt die Hangabtriebskraft bremsen, um die Beschleunigung die man erfährt, zu verringern. Das gefährlichste sind aber die zahlreichen Regenrinnen, die nicht immer senkrecht zur Fahrbahn verlaufen. Nach einigen Kilometern beginnt ein asphaltierter Radweg und man kann weiter mit 50+ km/h in Richtung Schlinig rasen. Aus wettertechnischen Gründen hatten wir uns entschieden, denn nächsten Ort Burgeis als Unterkunftsort anzufahren. Die Serpentinenabfahrten bei strömenden Regen hinab und ab zur Touristeninfo. Die war leider geschlossen, aber es hangen die gesamten Hotels der Stadt aus. Also eins ausgewählt und angerufen.
Wenig später trudelten wir im Hotel Gerda ein, nachdem wir durch die Stadt ohne Stadtplan geirrt waren. Jeder fuhr in eine andere Richtung, aber irgendwie fanden sich dann doch alle wieder. Das Hotel ist echt eine Empfehlung, für jeden der eine Unterkunft sucht, denn das familiengeführte Hotel ist sehr freundlich und entgegenkommend. Die Zimmer waren für unsere Verhältnisse schon fast luxuriös und das Frühstücksbuffet klasse.
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