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Etappe 2: Oberstdorf - Konstanzer Hütte
 
 
 
 
 
2100hm Die Höhenmeter klingen zwar viel, aber am Schrofenpass schiebt bzw. trägt man einige Hunderthöhenmeter sein Rad und sowieso ist man am ersten Tag frisch. Die Restlichen Höhenmeter sammelt man bei der Auffahrt im Verwalltal, welche mit nie mehr als 10% erklommen werden.
28% Das steilste Stück befindet sich an den letzten Kehre der fahrbaren Auffahrt zum Schrofenpass. Diese sind mit einem 34er Ritzel fahrbar, jedoch auch schon recht anstrengend. Lohnen tut sich die Fahrt nicht, denn 100m weiter, muss man sowie runter vom Rad.
35% Für gute Abfahrer ist alles fahrbar. Jedoch sind einige Stücke nach dem Schrofenpass recht steil und verblockt. Bei Nässe ist Vorsicht geboten. Das steilste Stück ist ein Betonweg mit Wasserablaufrillen (Vorsicht).
65km Strecke führt von Oberstdorf über den Schrofenpass hinauf durch das Verwalltal zur Konstanzer Hütte.
hart Die Abfahrt vom Schrofenpass ist tricky und durch Spitzkehren auf einem Handtuchbreiten weg nur für Könner fahrbar.
Straße, Schotter, Steige, Leitern, Trails, Fels Highlight sind teils die Kletterpassagen am Schrofenpass. Die gefährlichste Stelle, sind die Treppen ein bisschen unterhalb der Leiter. Ansonsten rollt es bis auf die Abfahrt vom Schrofenpass sehr leicht.
34€ 6€ Einkauf St. Anton
28€ Unterkunft Konstanzer Hütte mit Frühstück
5:30 Wir erreichten nach Start um ca. 9:30 um 18:30 die Konstanzer Hütte.
Oberstdorf, 16. August 2007 Die Sonnencreme kann ich heute Morgen getrost im Rucksack lassen, denn es ist wie zu erwarten war, Pisswetter. Auf dem Balkon ist es zwar temperaturmäßig noch sehr angenehm für die Uhrzeit, doch in den Bergen hängen dicke Nebelschwaden. Gefühlstechnisch wird es aber heute noch nicht dolle regnen. Kleidungstechnisch vertraue ich heute Morgen auf Arm- und Beinlinge. Gleichzeitig frage ich mich, warum ich keine Weste mitgenommen habe. Jetzt noch ein bissel Rucksack packen und dann geht es zum Frühstück.
Konstanzer Hütte, 16. August 2007 So nun liege ich endlich im Bett, noch ungeduscht, weil es hier auf der Konstanzer Hütte während der Abendbrotzeit keine Duschmöglichkeiten. Wir liegen hier auf 1700m Höhe und die Energieversorgung ist abhängig vom Volumenstrom des benachtbarten Flusses.
Los ging es heute Morgen um halbzehn. Ein wenig spät, wie ich fand, aber Frühstück gab es erst um 8 und dann noch bezahlen, Auto packen, Bikes in Ordnung bringen kostet halt Zeit.
Startpunkt war heute Heckmaiers Fahrradladen in Oberstdorf bei 840hm über NN. Angetrieben von Motivationslosigkeit quäle ich mich auf den ersten Metern doch recht gemächlich die ersten 100hm auf flach ansteigender Asphaltstraße bzw. Waldautobahn. Relativ zügig kamen wir in Fastenoi an und gleich weiter im gemütlichen Tempo bis Borisgau (oder so ähnlich). Schlecht, den ab diesen Zeitpunkt sollte die Steigungsanzeige meines HACs die 10% Marke nicht mehr unterbieten. Mit doch schon erhöhten Puls, aber mittlerweile warmgefahrenen Beinen, gewannen Torsten, Rico und ich schnell Höhenmeter. Wirklich erstaunt war ich über die gute konditionelle Verfassung von Rico, der auch die kräftezehrenden Steilrampen von 20-28% gefahren ist. Dem 34er Ritzel sei Dank. Merke: nächstes Jahr 34er Kassette.
Je näher wir dem berüchtigten Schroffenpass kamen, desto kälter, nebliger und steiler wurde es. Auf 1500m ist dann Schluss mit lustig. Nur noch kalt, ungemütlich und kaum noch fahrbar durch Nässe, Steine und Steigung. In Gedanken schon am Schrofenpass mit der Frage, ob es nicht noch ein wenig mehr kickt, wenn denn auch noch die schöne Aluleiter nass ist.
Bevor die Schiebpassage los ging, machten wir noch einmal kurz Halt, um noch mal (wer noch was hat) mehr Kleidung anzuziehen, bzw. die Rest vom mitgenommenen Frühstück zu vertilgen. Ein wenig demotiviert vom schlechten Wetter und den nicht so heftig erwartenden Steigungswerten begeben wir uns auf den mit schätzungsweise einer Stunde dauernden Aufstieg zum Schrofenpass.
Der anfängliche Pfad führte uns am Hang entlang auf kleinen schmalen Erdwegen und setzte an einigen Stellen durch Hangabrutsche aus. An diesen Stellen kribbelt es das erste Mal ein bisschen, denn der Untergrund ist doch schon sehr lose und wenn ..., dann rutscht man ziemlich weiter hinunter ;) Wie guter, dass jeder von uns Tourenschuhe anhatte, denn der Weg wurde immer beschwerlich, sprich steiler und kantiger. Nach eine Weile gab es außer Schroffen Felsen nicht mehr viel zu sehen. Es war sehr neblig. Auf der einen Seite wahrscheinlich besser für meine Höhenangst, zum anderen konnte man aber nicht den Ausblick "genießen".
Die gefährlichste Stelle ist nicht, wie immer viele Denken die Aluleiter. Diese ist verhältnismäßig sicher und naja, es ist nicht so schlimm wieder es aussieht. Meiner Meinung nach, ist das Stück davor wesentlich bissiger, denn dort muss man richtig "klettern". Stufen von einem halben Meter wollen erst einmal erklommen werden, und wenn es dazu auch noch schön nass ist und man mal kurz die Balance verliert, kickt das schon ganz schön. Im letzten Drittel befinden sich dann Sicherungsseile ist der Wand verankert. Wobei man sich aber nicht blindlings darauf verlassen sollte, denn einige sind schon ein wenig arg locker gewesen.
Fast am Gipfel angekommen befindet sich die "berühmte" Aluleiter. Sie ist ziemlich wackelig, aber nicht allzu rutschig. Jedoch frage ich mich, wie man mit Rennradschuhen über den Schrofen rennen kann? Das letzte Stück ist dann doch normal schmale und ausgesetzt. Oben angekommen eröffnet sich ein ganz anderes Bild, als wie man es erwartet hätte. Der Abgang dieser Seite ist flach, jedoch so sehr durch den Regen aufgeweicht gewesen, dass man an einigen Stellen nicht ans Fahren denken konnte.
die Abfahrt gestaltete sich an einigen Stellen für Torsten und mich unfahrbar. Es war zu steil und verblockt, für Hardtail Piloten wie uns. Gefälle von 30-35% waren keine Seltenheit und so teilten Torsten und ich die Ansicht, dass wir unsere Bikes lieber den Hang hinuntertragen. Prompt erwischte es auch Rico, welcher vermutlich auf einem nassen Stein oder Wurzel, sein Fahrrad wegschmiss.
Leider weiß ich nicht mehr so genau, in welche Stadt oder besser Dorf wir hinab fuhren. Wenn mich nicht alles täuscht, dann müssten wir Richtung Warth und Lech unterwegs gewesen sein. Nachdem wir durch Lech durch waren, fuhren wir weiter auf der Straße in Richtung Flexenpass. Um den zweiten Tunnel an diesem Tag zu umgehen, fuhren wir rechts davon, einen Wanderweg, oder besser wir schoben ihn. Denn auf einer Wiese mit über 10% zu fahren ist einfach nur Kraftverschwendung. Leider gab es vorher eine kleine Diskussion, ob wir nicht doch lieber den Tunnel nehmen sollten, um einfach schneller am Ziel anzukommen. Torsten meinte daraufhin: "Das ist eine Transalp, also fahren wir nicht auf der Straße" (naja so in etwa hatte sich das angehört). Ich muss gestehen, damit hatte er Recht, aber eine Versuchung ist es trotzdem, denn man ist in jeder Etappe mit seinen Kräften am Ende und wenn es dazu auch noch permanent regnet, hat man auf Geländeausflüge noch viel weniger Lust.
Dann hatten wir irgendwann wieder die Straße erreicht und es ging mit gemütlichen 6-7% den Flexenpass hinauf. Das war für uns jetzt schon wie eine Gerade und so drehten wir ein bisschen am "Gasfuß". Fuhren so mit ca. 12-13km/h die Straße hinauf. Oben angekommen, machten wir erst einmal eine kleine Fotosession mit unserem ersten Passschild auf 1773m Höhe. Ab hier ging es dann nur ca. 200hm hinab und den Gegenanstieg hinauf auf den Arlbergpass folgte prompt. Hier quälten wir uns nun schon ein bisschen mehr, und dann nun auch meine Trinkflasche alle war, gönnte ich mir zum ersten Mal ein Schluck aus dem Bach. Ist schon komisch, wenn man sonst nur das Wasser aus der Leitung kennt.
Danach war der Abstand schon ein wenig größer geworden. Sehr nervig war die stark befahrene Straße hinauf zum Arlberg. Natürlich gibt es immer nette Autofahrer und so. Aber das kennt ja jeder. Leider also kein schönes Stück, aber Alternativen gibt es auch wenig. Die Abfahrt entschädigt dann sehr. Es geht mit 70 / 80 Sachen die Serpentinen hinunter. Gefolgt von Tunneldurchfahrten. Das kann man schon mal das Wort geil in den Mund nehmen. Wenn man mit 60 / 70 Sachen durch halb dunkle Tunnel fährt. Über Sinn oder Nichtsinn, müssen wir uns sicherlich an dieser Stelle nicht unterhalten ;)
Aber wir sind ja alle im Besitzt einer Scheibenbremse und somit sollte eine ausreichende Verzögerung nicht das Problem darstellen. Auf der Abfahrt, machten wir an einer Tunnelbaustelle kurz Rast und die Aussicht zu genießen, oder ich glaube, wir wollten erst einmal den Gegenverkehr durchlassen. Es war schon sehr beeindruckend, wenn man auf St. Anton (glaube ich) schaut, und aus dem Tal steigen die Wolken- oder Nebelschwaden hinauf. Als könnte man sich anfassen. Unten in St. Anton angekommen, wollte wir etwas für den Abend an Essen und Zutrinken einkaufen, weil wir aus verschiedenen Quellen gehört hatten, dass die Hütten oft sehr teuer sind. Also gingen wir abwechselnd in den SPAR. Leider war das Angebot sehr sehr dürftig. Über ein paar Wiener hätten wir uns schon doll gefreut. Also mussten ein paar Bananen, Brötchen und Schokolade die Vorabendsmahlzeit sein (Bemerkung: es war sehr teuer).
Halbwegs gestärkt ging es auf die letzten 400hm hinauf zur Konstanzer Hütte durch das Verwalltal. Die ersten Meter aus St. Anton hinaus, waren ein wenig beschwerlich, da sie recht steil waren. Nach dem wir an einem Abzweig der Hauptstraße dann den ausgeschilderten Radweg der Silberstraße gefunden hatten, begann es sehr stark zu regnen und die Regenjacken, sollten ihre Wasserdichtigkeit beweisen. Angemerkt: es handelte sich um Paclite Jacken, welche für Dauerregen niemals ausgelegt waren, aber sie hielten.
Der Weg führte uns entlang des Verwallflusses im Verwalltal ;) Die Gegend ist sehr schön, nur leider schade, dass es regnete. Bis hinauf zum ersten See ging es ziemlich müsig mit durchschnittlich 8% der Weg hinauf. Die Befahrbarkeit des feinen Schotterweges war durchweg gut und man gewann rasch an Höhe. Leider spielte mein HAC dann auch komplett verrückt. Tja das mit dem Regen haben sie wohl immer noch nicht im Griff. Vermutlich lag es an den Luftdruckschwankungen.
Völlig durchnässt kamen wir dann in den frühen Abendstunden auf der Konstanzer Hütte an. Drinnen saßen alle im großen Gemeinschaftsraum. Es war schön warm und man sagte uns, dass wir die Fahrräder draußen und dem Dach abstellen können. Gesagt, getan. In der Hoffnung, dass niemand auf die Idee kommt, unsere Fahrräder mitzunehmen gingen wir nasstriefend hinein. Nach einer kurzen Einweisung und mit der Bitte die Schuhe auszuziehen, begaben wir unsere Gemeinschaftsunterkunft, welche wir noch mit einer Familie teilte, die auch einen Alpencross bestritten.
Nach einer kleinen Wäsche begab ich mich in den Trockenraum, um meine Sachen zu trocknen. Dies stellte sich später doch als Fehler heraus. Die Sachen waren den nächsten Tag immer noch nass. Merke: Sachen immer am Fenster trocknen, egal wie kalt. Nachdem jede so sein Zeugs erledigt hatte, ging endlich zum wohlersehnten ersten Abendbrot auf einer Hütte. Leckeren Kaiserschmarren essend berieten wir die nächste Tour und es ging fertig anschließend ins Bettchen.
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