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Etappe 6: Male - Molveno
 
 
 
 
 
2110hm Nur ein großer Anstieg mit 1900hm am Stück: Madonna di Campiglio und der Passo del Groste.
22% Das steilste Stück befindet sich am Schlussanstieg zum Passo del Groste.
34% Ach wie immer geht es steil irgendwo auf dem Weg 301 hinunter.
50km Streckenpunkte: Male | Dimaro | Bikeroute nach Madonna di Campiglio | Bikeroute zur Rifugio Graffer | Passo del Groste | 301 | 302 | Andalo | Molveno
extrem Wer den Weg 301 durch die Brenta fahren will, sollte ein absoluter Downhill-Crack sein.
40€
Fahrzeit: 6:20:00 | Benötigte Zeit: 9:05:00
Angekommen in Molveno ist unser Wandertag in der Brenta beendet. Das Hotelzimmer ist bezogen, aber leider gibt es nur einen Blick auf die gegenüberliegende Kirche und nicht auf den schön gelegenen Stausee. Nachdem wir heute Morgen in der Annahme eines entspannten Tages etwas getrödelt haben, kamen wir erst kurz vor zehn Uhr vom Hotel weg. Entspannt ging es durch die volle Innenstadt von Male auf die Bundesstraße nach Dimaro. Es ist wirklich ein voller Genuss auf einer Autobahn zu fahren.
Nach 2 km war auch dieser Teil geschafft und wir fuhren auf der beschilderten Mountainbikeroute in Richtung Madonna di Campiglio. Sehr steilt folgt der Weg dem Fluss und weist des Öfteren Steigungsprozente jenseits der 20% auf. Ansonsten ging es relativ entspannt und sehr unregelmäßig bei durchschnittlich 10-11% den Berg hinauf. Die Bergfahrt wurde durch ein kurzes Trage- und Schiebestück unterbrochen, wonach wir auch gleich eine Frühstückspause einlegten.
Währenddessen überholte uns ein einheimischer Fahrer, welcher vermutlich auf seiner Trainingsrunde unterwegs war. Komischerweise war er anschließend langsamer unterwegs als wir, die doch nun schon ein wenig müde nach über 12000hm in den Beinen waren. Als wir wieder auf die ursprünglich geplante Route zurückkehrten, welche wir bereits letztes Jahr befahren hatten, überholten wir nach und nach alle Touren- und Alpencrossfahrer ohne dabei auch nur ansatzweise an die Substanz gehen zu müssen.
Es ist schon merkwürdig, dass sich Leute einen Alpencross zutrauen, welche bei 7% schon schieben müssen, aber noch gut 500hm vor sich haben. Ist aber auch egal. Im Formationsflug schoss das Team Madeast 500 nach Madonna di Campiglio hinauf. Keiner konnte unseren irgendwie doch noch sehr fitten Beinen etwas am Berg entgegensetzen. Am Abzweig zur Rifugio Graffer machten wir auf Höhe von M. d. C. nach nur eineinhalbstündiger Auffahrt unsere kleine Mittagspause.
Leider war an dieser Rast nun auch schon der gesamt Proviant verbraucht. Zugegebener Maßen dachten wir auch nicht, dass wir noch 7h bis Molveno benötigten würden. Zu diesem Zeitpunkt gingen wir noch davon aus, dass wir uns die heutige Pizza in Riva schmecken lassen könnten. An dieser Stelle eines vorweg. Der Anstieg zur Rifugio Graffer und zum Passo de Groste sowie die damit verbundene Wanderung durch den Brenta-Gebirgszug kann man sich unserer Meinung nach schenken.
Da wir dies ab nicht so richtig wissen konnten, zogen wir erneut mit einer Steigrate im zweistelligen Bereich den zum Pass hoch. Wer sich nach dem Anstieg hoch nach Madonna di Campiglio nicht mehr absolut frisch fühlt, sollte diese Auffahrt definitiv weglassen. Denn beim Aufstieg zum Passo de Groste muss man permanent an die mentalen und körperlichen Grenzen stoßen, um dort überhaupt noch komplett hochfahren zu können.
Am Anfang noch leichte 12% auf geteerter Straße wandelt sich das Bild ab dem Abzweig zum Restaurant. An dieser Stelle ist man dann auch die Nobelkarossenfahrer, welche einem immer mit dieser schönen Dieselrußwolke beeindrucken wollen, wie toll sie sind. Einfach nur zum Lachen. Weiter ging auf einem breiten mit losem Schotter und Steinen bedeckter Piste. Immer wieder werden die endlos wirkenden 20% und mehr Rampen durch kurze flache Passagen unterbrochen.
Ein Ansporn sind natürlich die ganzen Ausflugstouristen, wo man natürlich unmöglich davor bzw. daneben absteigen kann, auch wenn der Puls über 160 geht, am Arm bei 30°C und mehr ein Bach entsteht oder die Muskel ein wenig anfangen sich mit Laktat zu füllen. Nach wieder einzigartiger Pace am Berg erreichen wir die Zwischenstation des Skiliftes. Nach dem genüsslichen Verzehr unseres letzten Dopingmittels, blicken wir auf den sehr steil wirkenden nächsten Pisten- oder Straßenabschnitt. Selbst der Nissan-Offroader wirkte an diesem Anstieg etwas behäbig und langsam.
In Wirklichkeit waren es dann auch nur 22%, vermutlich auch noch mehr, aber mein neuer Radcomputer, dem man im Gegensatz zu Ciclosport-Computer bedenkenlos empfehlen kann, zeigt immer 1-2% weniger an. Mehr wäre heute nicht mehr gegangen. An einem anderen Tage hätte ich wohl wieder freiwillig geschoben. Aber es war der letzte Pass und somit auch eine Herausforderung alles fahren zu wollen. Nach ungefähr 90min inklusiver diverser kleiner Pause, um unsere doch arg angeschlagen Knochen am Hinterteil eine Pause zu gönnen, erreichten nach zahllosen unregelmäßigen Höhenmeter die Rifugio Graffer.
Auf dem Weg dort hoch bekamen einige Wochenendtouris den Mund nicht wieder zu. Ich nahm es als Ansporn einfach nur nicht abzusteigen und zu schieben. Die Rifugio wirkte wie ein Hotel auf 2241m üNN und war etwas überlaufen. Es war ja auch sehr schön warmer und sonniger Ausflugstag. Von hier unten konnten wir auf den Passo de Groste blicken bzw. ein erstes Foto von diesem schießen, welche mittlerweile schon sehr wolkenverhangen war. Bis hier hoch war mit viel Willen noch alles fahrbar. Die letzten 100hm hinauf zum Pass waren mit unseren Bikes bzw. unseren Beine nicht mehr fahrbar. Dafür ist die Steigung mit 30% und mit noch loserem Schotter bedeckten Straße einfach zu groß.
Und so kommt es wie kommen musste. Wir schoben die letzten Meter zur Bergstation. Natürlich guckten wir auch wieder nicht in die Karte und liefen einfach mal gerade aus den Berg weiter hoch. Nach 15min bemerkte ich dann den Irrtum, fuhren mit ein wenig Speed zur Bergstation zurück und bogen diesmal richtig ab. Als wir auf dem Weg 301 angekommen waren, wunderten sich einige Wanderer, dass wir diesen Weg einschlugen. Zu Recht, wie sich später herausstellte, denn es war kaum ein Meter fahrbar. So schoben wir mal wieder unsere schönen Bikes auf dem Weg 301. Zu Tragen gab es auch wieder viele viele Stellen.
Ausgewiesen als gestrichelter Weg, war es teilweise einfach nur extrem steil und der lose Schutt erschwerte zusätzlich den Abstieg. Teilweise rutschte mit samt dem Untergrund fast einen Meter am Stück. Es war einfach nur zum Kotzen. Nach dem Pass erwartete einen "nur" der Abstieg zu eine italienischen Alm. Nur ist gut, denn es ist ein Steilhang mit extrem losen und ausgewaschenen Untergrund. Und so verwundert es auch nicht, dass man hier ab und zu stolpert, ausrutscht und sich hinlegt. Als wir die Alm ohne größere Blessuren erreicht hatten, dachten wir, dass wir es nun endlich mal geschafft hätten, weil es mal wieder für 500m fahrbar wurde. Aber nix da. Weiter dem Weg 301 folgend, war aufgrund der Enge und des extremen Gefälles wieder fast nichts fahrbar. Ein paar setzten wir uns auf unsere Bikes und rutschten förmlich die Serpentinen hinab.
Mittlerweile schon über 3 Stunden unterwegs, hatten wir auch so langsam wirklich die Schnauze voll. Irgendwann schrie Torsten dann, dass er die Piste sieht. Gott sei Dank dachte ich. Am Straßenende wirkte es so, als habe man vor Jahren versucht einen Tunnel durch das Bergmassiv zu treiben, weil die Straße im nichts endete. Die Piste, welche ins Tal führte, war irgendwie fast genauso schwer abzufahren wie das Plumsjoch. Die Straße wieder extrem steil und nur mit losem Schutt bedeckt. Grandios. Also ging es wieder im Schneckentempo bergab. Man durfte hier definitiv die Bremse nicht allzu lang lösen. Demzufolge legten wir ab und an eine kleine Kühlungspause ein. Die Straße führte uns dann bis auf ca. 1000m an eine T-Kreuzung. Dieser nicht links sondern rechts folgen. Dies führte wiederum dazu, dass wir doch noch einmal einen Berg heute hinauf strampeln mussten, und es sollte auch nicht der letzte des heutigen Tages sein. Also noch fix die 150hm hinauf gekurbelt. An der nächsten Kreuzung haben wir uns dann natürlich wieder aufgrund unserer unzureichenden Karteninterpretation wieder verfahren und kamen in Tomaso an der Bundesstraße heraus. Dies bedeutete dann noch einmal 100hm auf einer sehr gut ausgebauten Straße bis Andelo. Von dort an, ging es ab nur noch bis Molveno bergab. Die Beine haben es uns an diesem Tag gedankt. Die Unterkünfte in Molveno scheinen etwas teurer zu sein, aber der Ort ist auch ein bisschen touristisch angehaucht. Nach dem wir 40min auf unsere allabendliche Pizza warten mussten, verdrückten wir heute auch nur 3. Also insgesamt meine ich. Morgen steht die letzte Etappe auf dem Plan. Das Hinunterrollen nach Riva.
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