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Etappe 5: Stettiner Hütte - Male
 
 
 
 
 
2300hm Es gibt an diesem Tag eigentlich nur einen Anstieg und dieser begint in Lana und endet am Rabbi-Joch: das sind 2300hm am Stück.
34% Die maximale Steigung befindet sich am Anstieg kurz vor dem steinernen Kreuz des Rabbi-Joches.
35% 35% und mehr muss man beim Downhill von der Haselgruber Hütte weg, befahren.
109km Streckenpunkte: Stettiner Hütte | Eisjöchl | Eishof | Jägerrast | Naturns | Radweg Etsch | Parcines | Lagundo | Marlins | Lana | St. Pankraz | St. Walburg | St. Nikolaus | St. Gertraud | 108 | Passo de Rabbi | Haselgruber Hütte | 108B | 108 | S. Bernado | Male
extrem Extremes Gefälle, loser Untergrund und meterhohe Absätze machen den Trail von der Haselgruber Hütte für Hardtail-Piloten zu einem sehr schwierigen Unterfangen.
35€ Das Hotel befindet sich gleich nach der Durchquerung der alten Stadtmauer links und ist recht gut.
Fahrzeit: 7:38:00 | Benötigte Zeit: 11:07:00
Tag 5 - der Downhilltag der diesjährigen Tour. Insgesamt haben wir heute 4200hm vernichtet. Los ging es heute Morgen ab dem Eisjöchl. Zuerst kletterten wir auf dieses von der Stettiner Hütte kommend. Ein bisschen hat es schon gekribbelt mit dem Bike auf 2900m üNN zu klettern.
Ab hier oben sah die Welt auch nicht viel anders aus und von der Aussicht gibt es weitaus schöner Punkte, wo man vermutlich nicht auf so eine Geröllwüste blickt. Rückblick: Die Nacht auf der Hütte war schon ein Erlebnis und die Gestalten, welche man hier trifft, sind manchmal schon ein wenig merkwürdig.
Die Einen reden ohne Unterbrechung fast 2 Stunden, die Anderen beschweren sich um 20Uhr bereits, dass noch Licht im Bettenlager brennt, aber gleichzeitig sind es auch die Gleichen, welche morgen ums 6 Uhr aufstehen und alle anderen Personen im Bettenlager wecken müssen.
Das Frühstück war sehr lau, denn es gab nur trocken Brot und Marmelade. Na gut. Zum Runterspülen noch einen Tee bzw. Kaffee. Weiter mit dem Eisjöchl. Die ersten Meter hinunter mussten wir noch klettern, aber dann war auch für uns viel fahrbar.
Ab und zu gibt es ein paar verblockte Abschnitte sowie Wasserablaufrinnen in welche das Vorder- bzw. Hinterrad idealerweise genau hinein passt. 800hm weiter talwärts passierte es dann: Der erste Plattfuß nach insgesamt 11 Tagen ohne Panne in den Alpen. Angekündigt hatte sich der Snakebite mit dem Ruf: Links, um an Torsten vorbei zu fahren.
Zehn Sekunden später knallte es und die Luft zischte so allmählisch aus meinem Hinterreifen. Vermutlich hatte ich einen losen Stein übersehen, über den ich mit dem Hinterrad mit viel Speed drüber gefahren bin. Zugegebener Maßen hatten wir auch nicht sehr viel Luft auf unseren Pneus.
Schnell wechselten wir den Schlauch, nahmen den alten aber lieber noch mal vorsichtshalber mit. Man weiß ja nie für was man ihn noch gebrauchen kann. Nach dem uns beim Pumpen mit Sebastians Minipumpe sehr warm wurde, entledigten wir uns der lästigen Arm- und Beinlinge. Die ersten Meter fuhr ich mit dem nur geschätzten Luftdruck noch etwas verhaltener.
Es passierte nix, also konnte man es auch bergab wieder richtig krachen lassen. Relativ zügig erreichten wir den Eishof. Da es mittlerweile schon so gegen 10 Uhr war, wurde die Downhillpiste immer voller. Zahllose Gatter versperrten uns den Weg und machte es uns nicht gerade leichter, endlich mal in aller Ruhe die Piste runter zu rollen.
Immer wieder versperrten uns ganze Scharren von Wochenendtouris den Weg. Dies wurde erst nach der Jägerrast besser. Nur musste man ab hier aufpassen, nicht von einem entgegenkommenden Auto über den Haufen gefahren zu werden. Die Straße, mittlerweile wieder geteert, verläuft wieder sehr steil und kurvig. Leider auch nicht sehr gut einsehbar.
Dies kostete wieder sehr viel Bremsbelag und folgerichtig, gönnten wir uns in einer Kehre wieder eine Pause zur Kühlung der Scheiben. Sicher ist Sicher. Währenddessen konnten wir einen alten T3 Bus beobachten, der Müh und Not hatte, überhaupt diesen 20% Stich im ersten Gang hochzukommen.
Das sah ja fast so langsam aus, wie wenn wir den Berg hochfahren. Die Straße führte uns weiter hinunter durch das Schnalstal nach Naturns. Die Straße ist reichlich befahren und somit entschieden wir uns bei dem letzten Tunnel, welche gut 1,5km lang ist, für den kleinen Umweg der alten Umgehungsstraße.
Diese war eigentlich für Fußgänger und Radfahrer gesperrt, aber das habe ich dann auch erst unten mitbekommen. Der Weg ist wohl vermutlich Steinschlag gefährdet. Aber ist schon beeindruckend anzusehen, wie schnell sich die Natur den Lebensraum wieder zurückholt.
Kurz vor Naturns haben Radler auf der Straße nichts mehr zu suchen. Auch kein Problem für uns. Wir wollten eh den Etsch-Radweg nutzen. Dieser ist auch gleich ausgeschildert, aber bevor wir diesem folgten, aßen wir erst ein Mal bei einem Südtiroler Bäcker ausgiebig Mittag.
Es stand ja schließlich noch ein über 2000hm langer Anstieg zum Rabbi-Joch auf dem Programm. Bis Parcines folgten wir dann anschließend dem Etsch-Radweg, was sich an diesem Tag wohl auch viele anderen Biker dachten. Schnell machten wir Kilometer, was bei dem leichtem Gefälle auch recht gut ging.
Irgendwie fanden wir dann den Weg durch Lagundo hin nach Marlins. Schnell bei einem sehr netten Gastwirt die Trinkflaschen aufgefüllt und ein Riegel nachgeschoben. Jetzt konnte der Anstieg losgehen. Ab hier gab es nur noch eine Richtung. Nach oben. Unendliche 44km lang ist der Anstieg zum Rabbi Joch.
Bis St. Gertraud fuhren wir die gesamte Strecke auf der recht gut befahrenen Landstraße. Die vielen Tunnel machen die Strecke nicht gerade ungefährlich und ein wenig beten war auch dabei, nicht gleich tot gefahren zu werden. Einige Italospacken waren auch mal wieder der Meinung, das Biker nichts auf der Straße verloren hätten.
Nachdem ich von hinten kommend, solch ein Kaliber an dem Fahrstil und Motorengeräusch erkennen konnte, zog ich mein Lenker nach rechts in Richtung Felsbefestigungsmauer und stellte dann anschließend fest, dass dies ohne meinen Lenkeingriff weh getan hätte. Soviel zum Thema gegenseitige Rücksichtnahme.
Gott sei Dank ist beim Ötztaler fast die gesamte Strecke gesperrt. Als wir in St. Gertraud angekommen waren, zeigte die Uhr schon wieder fast 17Uhr an. Das hieß, dass wir langsam mal in die Puschen kommen sollten. Irgendwann konnte ich Torsten dann auch mal wieder motivieren doch den Anstieg zum Rabbi Joch in Angriff zu nehmen.
Der Einstieg war mal wieder extrem steil und die Wiese zog einem die letzten Körner aus den Beinen. Nach ein paar Metern wird es dann doch wieder sehr human, ja, fast schön angenehm steil. So zwischen 7-10% pendelte sich die wirklich gut zu fahrende Schotterpiste ein. So hätte es bis hoch gehen können.
Gut ich fuhr schon ein wenig zügig und Torsten hatte seinen Angaben nach Magenprobleme, aber das man die Piste ab der Kirchberg-Alm noch als fahrbar ausschildert, ist schon ein wenig bitter. Die Straße stieg wieder mit mehr als 30% an. Wer bitte fährt das noch während eines Alpencrosses? So schoben wir mal wieder unsere Bikes.
Die letzten Meter bis zur Bärhalb-Alm, welche nur ein Bretterverschlag ist (keine Übernachtungsmöglichkeit) fuhren wir noch einmal. Das steinerne Kreuz fest im Blick schoben wir gut 10 Minuten bis zu diesem und dachten schon, dass uns Großmeister Zahn verarschen wollte. Wir stellten dann aber fest, dass das Kreuz nicht mit der Passhöhe zu tun hatte.
Also noch fix 15min schieben und wir erreichten das Rabbi-Joch. Allerdings fragten wir uns trotzdem warum der Guru 15min in sein Roadbook eingetragen hatte. Wir brauchten lediglich 4min. Da für uns heute eine Hüttenübernachtung aufgrund der Hygiene nicht in Frage kam, suchten wir schnell den Downhillkick am Trail. Am Anfang noch komplett fahrbar am Hang, wurde der Trail zu einer Schussfahrt. Mal ehrlich. Wenn bei 40% auf losen Sand die Bremsen versagen, dann schießt man mit ungefähr 120km/h über Klippe und hat einen langen langen Flug nach unten. Also schoben wir am Anfang noch ein wenig und stiegen dann aber trotzdem mal auf. Trotzdem überließen wir lieber den Fahrtechnikgurus mit viel Federweg den Weg und zogen es vor, heil nach unten zu kommen. Der Weg war extrem ausgewaschen bzw. ausgefahren. Vermutlich wird der Trail jedes Jahr fahrtechnisch anspruchsvoller. Nach der erfolgreichen Schiebe-, Fahr- und Tragepassage erreichten wir eine sehr Schotterabfahrt. Mit gemütlichen 40 Sachen schossen wir die Serpentinen hinunter bis nach S. Bernado, wo wir auf die Hauptstraße nach Male trafen. Dieser folgten wir dann, bewältigten noch den kleinen Schlussanstieg in das Stadtzentrum und suchten uns das erst beste Hotel am Platz aus. Nach dem wir eine gründliche Körper- und Sachenhygiene durchgeführt hatten, ging es im Designerdress in die sehr belebte City von Male. Als wir uns dann aber mit 4 Pizzakartons auf eine Bank setzten und diese im Akkord aßen, bekamen wir wieder einige komische Blicke...
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