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Etappe 4: Poschalm - Stettiner Hütte
 
 
 
 
 
2500hm Zwei extreme Schiebepassagen warteten an diesem Tag auf uns: 550hm zur Schneeberg-Scharte sowie 1900hm fast am Stück mit 1000hm Tragen und Schieben zur Stettiner Hütte.
30% Theoretisch würde der Wert noch übertroffen werden, wenn man die Treppen mit berechnen würde.
33% Das maximale Gefälle befindet sich am Grat der Schneeberg-Scharte auf den ersten Metern des Downhills.
41km Streckenpunkte: Poschalm | 28 | Schneeberg-Scharte | 28 | Schneeberghütte | 31 | Timmelsjochstraße | Moos | Mitterpill | Hütterwirt | Pfelders | Laszinser Alm | 24 | 8 | Stettiner Hütte
hart Je nach dem wieviel man fährt reicht der Downhillanforderungsgrad von mittel bis schwer.
24€ Stettiner Hütte - inklusive Frühstück, welche recht dürftig ausgefallen ist. Die Bewirtschafter sind aber sehr nett und es ist auch alles relativ sauber. Das Essen hat gut geschmeckt, war angemessen teuer und sehr reichhaltig.
Fahrzeit: 6:30:00 | Benötigte Zeit: 9:22:00
In einer Höhe von 2875m über dem Meerspiegel schlafen, tut man vermutlich nicht alle Tage. Deswegen gönnen wir uns den Luxus der Minimalistischsten: Bettenlager mit 14 Personen, keine Dusche und nur 5°C kalten oder warmes für die Körperhygiene oder zum Klamottenwaschen. Mal sehe ob diese im Trockenraum überhaupt ein wenig an Nässe verlieren.
Ansonsten ist die Stettiner Hütte, welche relativ neu ist, sehr hübsch eingerichtet und die Küche bietet leckeres Essen zu einem fairen Preis. Insgesamt geht auch der Preis von 24€ für die Übernachtung mit Frühstück sehr in Ordnung. Von der Poschalm starteten wir heute Morgen gegen viertel nach acht nach dem obligatorischen Ölbad für die Kette in Richtung Schneeberg-Scharte.
Nach dem wir uns aufgrund umgefallener Wegweiser verfahren hatten, verloren wir gut eine halbe Stunde bis wir wieder an der Poschalm angelangt waren, um dem eigentlich Pfad zu folgen. Der 600hm lange Aufstieg ist psychisch und physisch sehr anspruchsvoll. Ohne entsprechende Grundlagen, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollte man besser hier nicht herauf steigen.
Der Berg verlangt einem aufgrund des losen und teils sehr felsigen Untergrundes bei 30-40% Steigung sehr sehr viel Kraft in Armen und Beinen ab. Sehr oft muss man das Bike tragen. Landschaftlich kann ich die Schneeberg-Scharte an dem heutigen Tag nicht beurteilen, da wir bei 100% Luftfeuchtigkeit in den Tag gestartet sind.
Auf ca. 2400m Höhe befindet sich eine Schautafel zur größten oberirdischen Erzförderanlage Europas. Sehr interessant ist vor allem, dass solche Anlagen ohne moderne Technik des 20. Jahrhunderts errichtet wurden. Die letzten 250hm auf dem Weg zum Gipfelgrat sind sehr eng und extrem steil. Besser man schiebt hier sein Bike auf der Talseite, denn es geht schon beachtlich hinunter.
Oben angekommen standen wir wirklich nur auf einem maximal 2 m breiten Grat, wobei der Berg auf beiden Seiten extrem abfiel. Um die ersten Meter der Downhills fahren zu können, muss man schon ein echter Crack sein. Alle Anderen schieben wohl besser die ersten 150hm des engen und schmalen Trails bergab. Hat man diesen schwierigen hinter sich gelassen, so ist bis zur Schneeberghütte theoretisch alles wieder fahrbar.
Ab und an gibt ein paar knifflige Stellen, wo man auch mal vom Sattel absteigen kann. Der Trail kann als mittelschwer eingestuft werden, ist teilweise ein wenig verblockt und ausgefahren. Ein richtiger Flow kam zwar noch nicht auf, aber es war zumindest schön, mal ein Stück gefahren zu sein und nicht nur das Bike bergab zu tragen. Nach fast 2 Stunden Schieben bzw. Tragen und einer halben Stunde bergab, kamen wir am eigentlichen Etappenziel des gestrigen Tages, der Schneeberghütte an.
Gut war es auf jeden Fall nicht gestern noch auf den Trail bergauf und -ab zu gehen, denn wir sind heute trotz der fast dreistündigen Verlängerung knapp nach 18Uhr in der Stettiner Hütte angekommen. Der Downhill von der Schneeberghütte war für uns zu 95% fahrbar und hat Spaß gemacht. Der Trail ist mit bis zu 30% Gefälle wieder einmal sehr steil, verblockt und mit einigen kleineren Absätzen versehen. Der alten Karrenweg 31 verläuft bis zur Timmelsjochstraße.
Diese fuhren wir dann bis Moos sehr zügig hinab, machten aber noch eine kleine halbstündige Mittagspause in der schönen Mittagssonne an einem kleinen Imbiss. Weiter ging es die Timmelsjochstraße hinunter nach Moos. Dabei durchfuhren wir diverse kürzere und längere Tunnel und empfehlen deshalb, sich ein Rücklicht an das Bike zu schrauben.
Die Abfahrt ist Gott sei Dank nicht allzu steil, denn so habe ich einen Vorgeschmack auf den übernächsten Sonntag bekommen, wenn ich hier wieder hinauf beim Ötztal Radmarathon fahren muss. In Moos angekommen folgten wir nicht der Hauptstraße Richtung Pfelders, sondern einer parallel am Berg verlaufenden Straße. Dort machten wir zwar ein paar Höhenmeter mehr, aber es ist wesentlich entspannter vom Autoverkehr her. Bei sengender Hitze und wieder durchschnittlich 11% Steigung, floss der Schweiß nur so.
Nach ca. einer Stunde erreichten wir die beiden Gasthöfe Innerhütt und Hütterwirt, wo wir wieder auf die eigentliche Straße, welche uns nach Pfelders führte, trafen. Gleich noch ein Riegelchen sowie eine Banane eingeworfen und weiter ging es Richtung Etappenziel: Stettiner Hütte. Bis zum nächsten Zwischenziel Pfelders fuhren wir auf der mit 7% leicht ansteigende Straße. Insgesamt waren es nur 180hm.
Nach dem wir uns in einem kleinen Dorfladen mit Cola und Schokolade eingedeckt hatten, strampelten wir noch mit schmerzenden Gesäß die letzten 250hm fahrbaren Höhenmeter zur Lazinser Alm hinauf. Nun eröffnete sich uns auch der Blick auf den Aufstieg zum Eisjöchl. 1000hm am Stück tragen und schieben klingt viel. Ist auch viel, aber wenn man ab und an ein paar kleinere Pausen einlegt ist es in gut 2,5 Stunden zu schaffen.
Zwar könnte man teilweise noch ein wenig fahren, die Mühe aufzusteigen lohnt aber nicht, da spätestens alle 50m irgendein Hindernis den Weg blockiert und man es schlecht bei 20% umfahren kann. Nach dem heutigen Aufstieg zur Schneeberg-Scharte wurde nun schon ein wenig anstrengender. Empfehlenswert ist es auf jeden Fall sich genügend zu trinken mit auf der Anstieg zu nehmen, denn es gibt keine Möglichkeit die Trinkflaschen an einem Bach wieder aufzufüllen.
Am Anfang schlängelt sich der fast immer einem Meter breite Weg über viele 15-20% Serpentinen den Berg hinauf. Auf dem mittlere Abschnitt muss man das Bike über viele Stufen und Felsen hochtragen. Das strengte nun doch schon ein wenig an. Ein entgegenkommender Biker meinte, dass es dann oben wieder besser würde, und man auch wieder viel fahren könnte. Naja bergrunter sich, obwohl das schon eine sehr gute Fahrtechnik voraussetzen würde.
An einigen Stellen sollte man dann unbedingt wieder Schwindelfrei sein, denn dort sind einige Steinrutsche vorhanden, bei denen der Weg nur 20-30cm schmal ist und es ziemlich beeindruckend steil herunter geht. Es ist keine Sicherung vorhanden. Jedoch findet man diese wieder an anderen Stellen, wo es nun eigentlich nicht ganz so tricky ist. Naja. Nach dem schwierigen mittleren Abschnitt wird es oben wieder zunehmend entspannend, man hat aber gerade einmal die Hälfte hinter sich.
Einige Meter kann man wieder fahren und so sein arg geschunden Schuhe bzw. Füße wieder entspannen. Die letzten 300-400hm schoben wir dann gemütlich durch die karge Steinwüste. Schön ruhig und einsam. Einfach auch mal zum genießen. Damit es nicht ganz so eintönig und langweilig wurde, kamen wir dann auf die Idee über Torsten sein Handy das Scooter 24 Karat Gold Album zu hören. Ich musste mich dann so konzentrieren, dass ich vor Lachen nicht über jeden Stein stolperte.
Nach endlos langem Schiebe erreichten wir gegen 18Uhr die Stettiner Hütte. Sie war gut gefüllt und die Stube so warm, dass man gleich anfing zu schwitzen. Das anschließende Highlight war wohl, sich mit 5°C kaltem Gebirgswasser und ohne echten Lappen zu waschen. Vermutlich waren wir die Saubersten, denn andere Gäste hielten es noch nicht einmal für nötig, sich nach der Toilette die Hände zu waschen. Lustig war es auf jeden Fall, auch wenn man nach dem Klamottenwaschen die Hände nicht wirklich mehr gespürt hatte. Nach dem leckeren Kaiserschmarren und als Nachspeise 3l Nudelsuppe ging es heute dann auch schon sehr früh ins Bettchen.
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