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Etappe 1: Lenggries - Weerberg
 
 
 
 
 
2200hm Die Höhenmeter verteilen sich auf 3 Anstiege unterschiedlicher Kategorien: 250hm von Leger nach Rehgraben | 900hm auf das Plumsjoch | 700hm nach Hausstatt/Weerberg. Bis auf 150hm am Fuße des Plumssattel sind alle Höhenmeter fahrbar. Der Anstieg am Ende Tages ist noch einmal mit durchschnittlich 10-11% steil.
30% Die maximale Steigung befindet sich am Fuße des Plumssattels und muss aufgrund des Untergrund sowieso geschoben werden.
30-35% Das maximalste Gefälle befindet sich bei der Abfahrt nach Jenbach. Es könnten auch mehr als 30% sein. Die Bremsscheibe war kaum in der Lage, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Ich schätze, dass es durch aus auch über 35% gewesen sein könnten.
112km Streckenpunkte: Lenggries | Leger | Rehgraben | Auf den Köpfen | B13 | Sylvenstein-Stausee | Fall | Isarradweg | Deutsche Alpenstraße | Vorderriß | Hinterriß | Hagelhütte | 233 (kann aber umfahren werden - Schiebestück) | Tiroler Vitalweg | Plumssattel | Gernalm | 233 | Pertisau | Seealm | Lärchenwiese | Kasbach | Jenbacher Rodelhütte | Jenbach | Inntalradweg | Vompenbach | Pill | Mitterberg | Zalln | Hausstatt
hart Die Abfahrt vom Plumssattel ist extrem steil, sehr serpentinenreich und befindet sich auf einem 2m breiten Weg auf sehr losem Schotter und Gestein.
21€ Alpengasthof Hausstatt - das Frühstück (inklusive) und Abendessen waren lecker, die Leute nett bzw. alles sauber und ordentlich.
Fahrzeit: 7:23:00 | Benötigte Zeit: 10:12:00
Eine lange und anstrengende erste Alpencrossetappe liegt jetzt hinter uns. Es ist kurz vor 22 Uhr und nun bleibt noch ein wenig Zeit zum Schreiben, während Torsten noch seine Sachen wäscht. Die Übernachtung im Alpengasthof in Hausstatt, einem Ortsteil von Weerberg, ist sehr urig, gemütlich und preiswert. Knapp 20€ für eine Übernachtung mit Frühstück ist wirklich günstig. Das Essen war lecker und die Inhaber sehr freundlich und sympathisch.
Los ging es heute Morgen um halb acht in Ingolstadt. Nach eineinhalbstunden Fahrt erreichten mir Lenggries. Gestartet sind wir dann nach dem obligatorischen Bikezusammensetzen kurz vor 10 Uhr auf die längste Etappe des diesjährigen Alpencrosses. Auf der Landstraße ging es mit zahlreichen Pausen - durch technische Schaltungsprobleme an Torstens Bike - nach Langeneck und anschließend auf einem seichten Schotterweg nach Leger, wo wir uns dann auch gleich das erste Mal verfahren hatten.
Nach mehrmaligen hin und her, doch wieder schnell den Weg zurück und weiter in Richtung Fall. Der erste knackige Anstieg des Tages wartete bis zum Rehgraben auf 868m Höhe auf uns. Mit 16-19% stieg die feine Schotterstraße fast konstant an. Zeit den Rettungsanker das erste Mal zu benutzen. Auf dem Weg in Richtung Sylvenstein-Stausee trafen wir auf zahlreiche Mountainbiker. Die einen schwach und die Anderen noch schwächer ;). Irgendwo auf dem Weg nach Fall legten wir dann noch ein kleines Päuschen eingelegt und die durchnässten Trikots in der Sonne getrocknet, wobei es auch ziemlich offensichtlich dampfte.
Unser erster Alpencrosstag ohne Dauerregen und es sollte dieses Mal auch bis zum Ende durchhalten. Angedacht war eigentlich dem Weg bis fast nach Hinterriß zu folgen, jedoch verfuhren wir uns erneut und kamen so kurz vor Fall auf der Bundesstraße 30 raus. Da wir nun auch nicht wieder alles zurückfahren wollten, kullerten wir mit reichlich Gesäßschmerzen auf der B30 in Richtung Hinterriß. Einige Versuche Wanderwege zu nutzen, führten uns immer wieder in Sackgassen. Andere Versuche den Geländeanteil hochzuhalten endeten immer wieder auf der Bundesstraße, was nicht zuletzt an dem extrem schlecht ausgeschildertem Wegenetz in Deutschland liegt. So entschieden wir uns, der Straße bis zum Abzweig Plumssattel zu folgen.
Die Strecke fährt sich auf der gut ausgebauten Straße relativ leicht und steigt nur leicht allmählich an. Von Hinterriß zur Hagelhütte sind es gerade einmal noch 150hm verteilt auf mehrere Kilometer. An dieser befindet sich auch der besagte Abzweig. Je nach dem ob man lieber schiebt oder fährt, ignoriert man die Hinweise für Biker und trägt bzw. schiebt sein Bike rund 200hm bei 20-30% den Berg hinauf.
Auf der regulären Schotterstraße in Richtung Plumssattel angekommen, ruhen wir uns ein wenig bei wechselnder Steigung zwischen 5 und 12 % auf grober Schotterpiste aus. Der Weg ist gut fahrbar, wenn auch streckenweise etwas lose. Ab und zu versperrten uns wieder Gatter, welche man auch nicht umfahren kann, den Weg. An einem ganz kleinem Wasserfall schnell noch einmal die Trinkflaschen gefüllt und weiter hinauf.
Nach dem es ziemlich dunkel am Himmel wurde, und es unserer Meinung nach auch donnerte, schoben wir ein bisschen Doping in Form von Powergel nach und beschleunigten so den Aufstieg auf den Plumssattel nachhaltig. Mit Blick auf die Plumsjochhütte fuhren wir an dieser vorbei direkt weiter zum Gipfelkreuz, wo Torsten uns dann im Gipfelbuch verewigte. Die nun folgende Abfahrt war schon ein wenig schwierig, weil sie mit durchschnittlich 20% Gefälle, tiefem und losem Schotter oder Gestein bzw. engen Kehren gespickt war.
Es ist alles fahrbar, jedoch sollte man immer genügend Respekt haben und somit auch die Geschwindigkeit drosseln, denn man kommt nicht allzu schnell wieder zum stehen. Am Fuße des Berges erreichten wir fast schon abends die Gernalm. Die Bremsen waren nun endlich auch warm geworden ;) und so fuhren wir mit dem gewissen Flow auf einer kleine aber feinen Schotterpiste, wellig und kurvenreichen nach Pertisau hinab. Bis Seespitz radelten wir auf dem gut ausgebauten Radweg am Achensee entlang.
Dort angekommen folgten wir den Trails nach Lärchenwiese und Jenbacher Rodelhütte. Dieser ist an manchen Stellen sehr steil und es muss wieder geschoben werden. Bergab kann man intakten Bremsen wieder den Flow spüren ;) Grüße an dieser Stelle an den BikePoint für die gut funktionierende Hinterradbremse ohne Druckpunkt.
Nach der Jenbacher Rodelhütte ging es wirklichen Sturzflug bei durchschnittlichen 30% Gefälle auf einer Teerstraße den Hang hinab. Torsten und meine Bremsscheiben waren rot und blau angelaufen, es roch verdächtig und Beläge für 500km waren nun auch vernichtet. Wenn man bei 60 km/h pro Stunde eine 180er Scheibenbremse zieht und man nicht merklich langsamer wird, dann muss der Berg wirklich extrem steil gewesen sein. Grund genug bei einer flacheren Passage eine kleine Kühlungspause für die Scheiben einzulegen.
Hier mit Felgenbremsen runter zu fahren, wäre wahrscheinlich nicht allzu klug. Ab Jenbach befuhren wir den Inntal-Radweg fast durchgängig bis Pill. Von dort aus, sollten es eigentlich nur noch 300hm bis Weerberg sein. Überall war der Himmel schon schwarz, aber wir hatten bis jetzt Glück und es regnete genau über uns noch nicht. Nach durchschnittlichen 8% Steigung wähnten wir uns in Weerberg am Ziel des heutigen Tages, aber nach der Frage des Weges zum Alpengasthof war die Lage etwas unklar.
Ein Anwohner meinte: "Noch 2-3 km den Berg hinauf." Ich dachte: Ich höre nicht richtig. Im Endeffekt ging es noch zusätzlich 400hm nach oben. Wieder einmal 11% im Schnitt und die Motivation war langsam auch nicht mehr allzu hoch, denn ohne Essen und trinken, geht nicht wirklich viel am Berg. Nur die einsetzende Dunkelheit sowie der drohende Regenguss ließen uns weiter ausgepumpt die steilen Rampen hinauf strampeln.
Kurz nach 20 Uhr erreichten wir endlich unsere Unterkunft hier in Hausstatt. Zwei Minuten später begann es Bindfäden zu regnen. Das nennt man Glück. Aber mal ehrlich, wir sind ja auch schnell gefahren ;) So dann: Gute Nacht! p.s. die Betten hier sind nicht länger als 1,80m!
      [ Etappe 2: Weerberg - Nösslach > ]
 
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