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24h Rennen Chemnitz '11
 
 
 
 
 
100hm Bei dieser Angabe scheiden sich die Geister. Ich beziffere die Runde einfach mal auf gut 100hm. Eigentlich gibt es nur 2 "richtige" Anstiege, welche aber mit der Zeit zäher und zäher werden. Der erste in Form von 2 Bodenwellen. Der zweite wie Kaugummi auf einer Schlammpassage, welche wirklich nie abtrocknet.
9% Am Ende der Schlammpassage. Ganz ganz kurz. Ab den 2er Team empfiehlt sich dann doch der Einsatz des mittleren Kettenblattes.
8,4km Ein sehr schöner Rundkurz mit vielen Drückpassagen und flowigen Trails. Zum Schluss der Runde bekommt der Fahrer noch ein wenig Abwechslung von der Schotterautobahn in Form von Wurzeltrails.
S0-S1 Keine besonderen Anforderungen. Wenn es nass ist, kann der Boden und die Wurzeln etwas schlüpfrig sein.
258€ Für ein 4-Mann Team. Dafür bekommt ihr einen Stellplatz, Strom, Duschen, Dixis, Startberechtigung, Transponder, Urkunde, Pokale, Live-Zeiterfassung, Rundumverpflegung ...
Heavy24 Chemnitz
Rennbericht von Sebastian (FOcus Bad Salzdetfurth Racing)
Was für ein Wochenende! Sensationeller Erfolg der Allianz zwischen Focus BAD SALZDETFURTH racing und bikec.de racing team beim ‘Heavy 24’ in Chemnitz! Grandioser zweiter Platz in der hart umkämpften 4er Männer Wertung nach einer unglaublich spannenden Schlussphase!
Das leise hinter vorgehaltener Hand formulierte Ziel vor dem 24 Stunden Rennen war, um eine Platzierung auf dem Podium mitzukämpfen. Bei der gemeldeten Konkurrenz ein ambitioniertes Unterfangen. Da wir aber schon einige Erfahrungen bei vorangegangenen 24 Stunden Rennen sammeln konnten, wussten wir aber auch unsere Stärken gut einzuordnen.
Nach Tagen intensiver logistischer Vorbereitungen fuhren wir am Samstagmorgen Richtung Chemnitz und errichteten unser Domizil innerhalb des riesigen Fahrerlagers am Stausee Oberrabenstein. Die Wetterprognose bescheinigte mäßige bis kühle Temperaturen und die sehr hohe Wahrscheinlichkeit intensiver Regenschauer. Bei 25° C und Sonnenschein wäre es auch zu einfach!
Pünktlich um 12 Uhr Mittag ertönte der Schuss aus der Startpistole. Ich war als erster Fahrer gesetzt, um uns schnell in eine aussichtsreiche Position nahe der Spitze zu bringen. Die Startphase glich der eines XCO-Rennens. Das angegangene Tempo war brutal und es wurde um jeden Zentimeter gerangelt. Weil nahezu alle 4er Teams bereits nach der ersten Runde ihre Fahrer wechselten (und dadurch in der Wechselzone etwas Zeit verloren), konnte ich mich ein wenig absetzen und den Staffelstab nach der zweiten Runde mit knappem Vorsprung auf P1 liegend an Henne übergeben. Eine Runde ist 8,34 Kilometer lang und hat etwa 94 Höhenmeter.
Wir wechselten lediglich alle zwei Runden den Fahrer, um längere Regenerationsphasen zu ermöglichen und somit bis zum Rennende noch ein paar Körner aufzusparen. Noch konnte niemand ahnen, wie unglaublich weit uns diese Taktik noch bringen würde.
Nach drei Rennstunden hatte sich das Feld erst einmal grob sortiert. An der Spitze fuhren drei Teams Kopf-an-Kopf, während wir bereits mit fünf Minuten Rückstand auf P4 lagen. Unsere Rundenzeiten war zwar gut, die der anderen aber (noch) etwas besser. Mit zunehmender Renndauer stabilisierte sich jedoch unser Rückstand. Uns war klar, dass die hereinbrechende Nacht richtungweisend sein würde. Unser Vorteil: Die Konkurrenz hatte uns nicht wirklich auf dem Schirm. Die Teams glaubten nicht, dass wir die exzellenten Rundenzeiten der ersten Rennstunden über die Nacht würden halten können. Doch genau hier lag unsere Stärke. Mit hoher Konstanz spulten wir eine Runde nach der anderen ab. Ein Garant dafür waren auch unsere Supernova Airstream und Lupine Lampen, die Dank ihrer Performance schnelle Zeiten ermöglichten. Noch vor Mitte des Rennens um 0 Uhr schoben wir uns auf P3. Große Euphorie. Diese Position wollten wir natürlich unbedingt verteidigen. Zwischen kurzem Check der Focus Bikes, der Massage müder Muskeln und dutzenden Multipower Re-Charge Shakes analysierten und bewerteten wir folglich bei jedem Rundendurchlauf die Zeiten. Bis zum Tagesanbruch bauten wir unseren Vorsprung auf P4 sukzessive aus. In der Gesamtwertung waren nur noch die ersten vier Teams innerhalb einer Runde und unser Abstand auf die beiden erstplatzierten Univega-Werksteams war moderat.
Etwas ungläubig schauten mich die Jungs an, als ich gegen acht Uhr morgens sagte, dass wir uns ab jetzt voll auf den Angriff auf P2 fokussieren sollten, statt uns weiter auf die Verteidigung von P3 zu konzentrieren. Unser Rückstand betrug zu diesem Zeitpunkt etwa acht Minuten. Wir änderten daraufhin konsequent unsere Taktik. Die schnellen Fahrer fuhren jetzt mehr Runden. Das war natürlich ein Vabanque-Spiel. Die Gefahr sich dabei völlig kaputt zu fahren war ziemlich groß. Nach den ersten Runden schien unser Plan erst einmal aufzugehen. Wir kamen langsam näher, doch es blieb uns nur noch wenig Zeit. Einsetzender Regen machte die Strecke zudem in einigen Passagen tückisch. Jetzt bloß keinen Sturz riskieren. Die letzten Runden fuhren Henne und ich uns noch einmal die Seele aus dem Leib. Mit knapp 30 Sekunden Rückstand schickte er mich dann in die letzte und entscheidende Runde. Bereits auf der ersten Geraden konnte ich den Fahrer des zweitplatzierten Team Univega III sehen. Ich mobilisierte die letzten Kräfte und drückte im dicken Gang über die ersten Wellen. Dann hinein in der ersten Trail. Noch einmal volle Konzentration. An der finalen Rampe hatte ich ihn dann eingeholt. Mit hohem Geschwindigkeitsüberschuss ging ich vorbei, um den direkten Konter auf dem folgenden Flachstück zu verhindern. Es funktionierte ... ! Mit 21 Sekunden Vorsprung erreichte ich das Ziel.
Fazit: 4 paar schnelle Beine + keine Stürze + keine Probleme mit unseren Bikes. "Und vielleicht kommen wir nächstes Jahr wieder ..." (Marcus)
Nach über 24 Stunden Renndauer fiel die Entscheidung um P2 erst in der letzten Rennrunde. Dieses Finale war kaum noch an Spannung und Dramatik zu überbieten. Riesiger Jubel bei den Jungs als ich vor dem Univega III-Team das Ziel erreichte. Mit diesem fantastischen Ergebnis hatte zuvor wirklich keiner gerechnet.
Ergebnis
Basti, Henne, Torsten und Marcus | Platz 2 von 53. Teams in der 4-Männer-Wertung mit 79 Runden
 
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