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Bike Marathon Willingen '11
 
 
 
 
 
3750hm Es gibt zwar keine richtig langen Anstiege, dafür aber feinstes Mittelgebirge, wo es praktisch nie gerade aus geht. Auf gut Deutsch: Sägezahnmuster. Die wohl anspruchsvollste Auffahrt befindet sich am Anfang der zweiten bzw. dritten Runde in Form von engen und steilen Serpentinen.
123km Eine landschaftlich sehr schöne und konditionell sehr schöne Strecke im Hochsauerland. Abwechslungsreiche Streckenführung und teils flowigen Trails. Ruppige Downhills gepaart mit fordernden technischen Uphills. Eine gelungene Strecke.
S1 Maximal S1. Teils leicht verblockte Pfade auf nassen, groben Steinen und Wurzeln. Teils steile Downhills auf Waldboden bzw. Wiese. Alles ohne besondere Ansprüche fahrbar.
Das Rennen ist der Teil der Marathonmen-Serie.
Sympatex Bike Festival Willingen
Rennbericht vom Marcus - Lange Runde
Ein für mich durchaus erfolgreicher Tag nähert sich dem Ende. Auf dem Pflichtplan dieses Wochenende stand der Bike-Marathon Willingen und zwar in der Langdistanz. Anders als in Riva war dies für die Vorbereitung auf die A-Strecke der Salzkammergutstrecke ein absolutes Muss. Mit Platz 62 von 184 gewerteten Fahrer auf dieser doch sehr selektiven Strecke bin ich durchaus zufrieden. Mehr war heute einfach nicht drin.
Der Start auf der über 120km langen Mittelgebirgs-Strecke verlief dank Einteilung in den Startblock D alles andere als glücklich, so dass ich die ersten gut 100-200hm im gefühlten Stillstand und nahe dem Ruhepuls erklimmen durfte. Nach dem sich das Feld etwas gelichtet hatte, ging es in der ersten Downhill, welcher aufgrund der C- und D-Starterfelds zu einem Hindernisparcours wurde.
Nach gut 50min holte ich dann endlich auch Torsten ein, welcher zumindest das Glück hatte aus Block C starten zu dürfen. Mein völliges Unverständnis gegenüber dem Veranstalter kann ich nur zum Ausdruck darüber bringen, wie hier die Startblöcke vergeben werden. Ich muss aufgrund technische Probleme in der Datenverarbeitung im D-BLock starten, während ich nach 50min bereits die ersten A-Fahrer überhole, welche 30min eher gestartet sind. Das kann doch nicht sein.
Die restliche erste Runde verlief dann ohne größere Probleme und ich konnte den ein oder anderen Fahrer überholen. Kurz vor dem Ende der ersten Runde war noch ein Fahrer der Meinung er müsste mich überholen und dabei mein Vorderrad kreuzen ... Nach dem ich fast den Abzweig verpasst hatte, ging es auf die mittlere und ich denke die anspruchsvollste Runde. Vor allem der mittlere Abschnitt mit einen flowigen Trail bot ein gewisse Abwechslung von den staubigen Schotterabfahrten. Wobei die wirklich gefährlicheren Stellen nicht markiert wurde. So übersah bei der Überfahrt vom Trail auf die Schotterstraße den Graben neben dieser und musste mit geschätzen 40 Sachen durch diesen bügeln. Gott sei Dank ging alles gut. Sowieso hätte ich heute gedacht, dass es noch mal richtig knallen sollte. Ich hatte doch ziemlich oft arg Probleme auf der Ideallinie zu bleiben, so dass der eine oder andere starke Verbremser dabei war. Der einzigste Sturz rührte am heutigen Tage von meinem Unvermögen her, mit der Pedale nicht an einer Wurzel vorbeizukommen, so dass ich geradewegs an einen Baum überkippte. Insgesamt gibt es auf der Strecke bergab keine wirklich schwierigen Passagen, nur bergauf kurze Abschnitte, wo man konzentriert bei der Sache bleiben muss.
Die letzte Runde führte mich erneut die kleinen Serpentinen in Richtung Seilbahn hinauf. Diesmal funktionierte auch die Ausschilderung perfekt und ich konnte die letzten gut 25km in Angriff nehmen. Die Runde verlief dann auch wiederum sehr monoton. Ich überholte noch gut 20 Fahrer und fuhr meistens Scheibe, was dann auch mit der Zeit immer mehr weh tat. Die Zielzeit von 6:15 fest im Blick erhöhte ich auf den letzten 3km noch einmal massiv das Tempo, so dass keiner der überholten Fahrer mehr folgen konnte. Mit gut 50km/h durchfuhr ich die Ziellinie und war happy meine Vorgabe erfüllt zu haben und das es vorbei war.
Das nächste Wochenende wartet das Heavy24 Stundenrennen auf uns. Bis dahin. Petri Heil.
Rennbericht vom Torsten - lange Runde
Nachdem Marcus schon einen ausführlichen Bericht verfasst hat, möchte ich die Geschehnisse vom Bike Marathon in Willingen noch kurz aus meiner Perspektive schildern.
Pünktlich 6 Uhr sollte für uns die Nacht auf der als Campingplatz deklarierten Wiese enden. Die Freerider und Downhiller, die die ganze Nacht mit dem Leeren von hochprozentigen klaren Getränken beschäftigt waren, hörte man immer noch aus allen Himmelsrichtungen lautstark grölen. Party on! Dank meiner Ohrenstöpsel war die Nacht aber doch erstaunlich geruhsam. Nach ausgiebigem Frühstück fand ich mich 15 Minuten vor Rennbeginn doch schon recht weit hinten im Startblock C ein. Zu den nervigen Klängen von „Highway to Hell“ wurde 8:00 Uhr der Start freigegeben und wir begannen unser Rennen eine halbe Stunde nach den Startern des A- und B-Blocks. Um jedem Ärger im doch recht engen Startgewusel aus dem Weg zu gehen, befuhr ich mit ständig rotierenden 360°-Radar die ersten Kurven schön weit außen. Am ersten Asphaltanstieg ging dann erstmal gar nichts mehr. Mit gefühlten 2 km/h schlich das Feld den nicht einmal steilen Berg hoch und ich fragte mich zum ersten Mal, ob Einige die ganze Veranstaltung mit dem SZ-Fahrradfest verwechselt haben. Nachdem der Uphill auf Schotter wechselte, taten sich endlich ein paar Lücken auf und ich konnte am Hinterrad eines holländischen Teams, dass bis zur Mitte der zweiten Runde mein ständiger Begleiter sein sollte, unzählige Plätze gut machen. Im ersten schnellen Trail hatten wir dann schon eine recht komfortable Position erreicht und konnten es ordentlich krachen lassen. Zum Glück musste ich die Dienstleistung des am Trailende wartenden Krankenwagens nicht in Anspruch nehmen ;-)
Nach gut 35 Minuten rollten wir dann schon die ersten Starter aus A und B auf. Vielleicht sollten sich einige dieser Kandidaten für das nächste Jahr überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, stressfrei etwas weiter hinten zu starten und den halbwegs ambitionierten Fahrern die vorderen Startplätze zu überlassen oder wenigstens dann nicht noch zu dritt nebeneinander die Strecke dicht zu machen.
Nach ca. 50 Minuten konnte Marcus, der aus D gestartet war, auf mich aufschließen. Noch ein kurzer Schwatz über den nervigen Stau zu Rennbeginn und dann sollte es auch schon genug Kommunikation für die nächsten Stunden gewesen sein. Der Rest der ersten Runde lief sehr gut und ich konnte an den Anstiegen immer wieder Plätze gut machen. Wobei mir wie bei unserem Alpen-Trainingslager vor 2 Wochen auffiel, dass mir richtig steile Anstiege eher nicht so taugen. An leicht ansteigenden Rampen kann ich dafür die meisten Fahrer meiner Leistungsklasse recht einfach stehen lassen. Vielleicht sollte ich doch meinen zu lang geratenen Körper etwas Einkürzen lassen, um überflüssige Kilos und damit Steigungswiderstand zu sparen.
Kurz vor Ende der ersten Runde ging es dann noch recht technisch über einen schmalen und rutschigen Uphill durch den Wald. Leider zwangen mich vorausfahrende Biker vom Rad und ich musste zu Fuß an ihnen vorbei sprinten. Auf der Abfahrt nach Willingen zum Start der zweiten Runde konnte ich noch einen kurzen Blick auf Marcus werfen, der sich bereits im Gegenanstieg befand. Zu Beginn der zweiten Runde ging es in den schwierigsten, serpentinenförmig angelegten Uphill, den wir bereits gestern beim Warmfahren begutachtet hatten. In den engen und steilen Kehren hatte ich doch ordentlich Probleme mein Vorderrad vom Steigen abzuhalten. Die zweite Runde war auch meiner Meinung nach die Anspruchsvollste. Insbesondere der Trail mit dem bereits von Marcus geschilderten, unmarkierten Graben am Auslauf konnte nur mit einer spontanen Notankerung sturzfrei beendet werden. Insgesamt machte die Runde großen Spaß, da ich nur noch am Überholen war und mich wiederum keiner mehr einkassieren sollte. Mitte der Runde konnte ich dann auch meine holländischen Dauerbegleiter abschütteln, die sich auf der mittleren Distanz befanden. Am Rundenende verpasste ich noch den Abzweig in den Wiesenuphill (der entlang eines Gemütlichkeit versprühenden Stacheldrahtzauns verlief), da ich dachte die netten Herren auf den Klappstühlen würden mir zuwinken. Haben Sie aber nicht. Die Handbewegungen sollten mir doch eher „bitte rechts abbiegen“ signalisieren;-)
Als Vorbereitung auf die Salzkammergut-Trophy blieb mir natürlich nichts anderes übrig, als auch noch die letzte Runde in Angriff zu nehmen. Zu Beginn ging es wieder in den Serpentinen-Uphill. Ich konnte an diesem Anstieg noch eine vierköpfige Verfolgergruppe abhängen und danach hieß es „Torsten allein im Wald“. Leider ereilte mich ca. in der Mitte der Runde ein klassischer Snakebite am Hinterrad und ich durfte eine gefühlte Ewigkeit Mechaniker spielen. Insbesondere das Befüllen des Reifens mit der Minipumpe ist im Rennen alles andere als lustig. Tatenlos musste ich ansehen wie sechs Fahrer an mir vorbeizogen. So wollte ich mich natürlich nicht abschütteln lassen und wütend nahm ich mit vielleicht mehr Motivation als vor der Panne die Verfolgung auf. Ich konnte die enteilten Fahrer zwar noch einmal über mir in einem Anstieg sehen, der Abstand war aber einfach zu groß und konnte von mir leider nicht mehr zugefahren werden. Glücklich im Ziel angekommen, musste ich feststellen, dass ich auch noch freiwillig weiter fahren würde. Vielleicht habe ich mir die Kräfte wieder einmal zu gut eingeteilt. Man weiß bei einem solchen Rennen mit doch recht beeindruckenden Streckendaten aber nie was einen noch erwartet. Wahrscheinlich sollte ich in Zukunft öfter riskieren, die letzten Kilometer auch mal auf dem Zahnfleisch ins Ziel zu kriechen.
Insgesamt hat mir das Rennen aber doch sehr getaugt. Mein Ziel unter 7 Stunden zu bleiben konnte ich erreichen, die Strecke war wunderschön und vielleicht sogar die beste Marathonstrecke, die ich je gefahren bin. Bei Start aus einem der vorderen Blöcke und ohne Reifenpanne wäre sicherlich auch eine Zeit um die 6:30 h ohne Probleme möglich gewesen. Dann bis nächste Woche. Ride on in Chemnitz und das hoffentlich mit wenig Regen!
Ergebnisse
Marcus 40. von 84 in der AK | 62. von 186 in der Gesamtwertung | Fahrzeit: 6:13:12,7
Torsten 55. von 84 in der AK | 102. von 186 in der Gesamtwertung | Fahrzeit: 6:48:48,9
 
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