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Etappe 3: Chur - Turahus
 
 
 
 
 
3450hm 1300hm zur Galtialp | 500hm zu Lenzerheide | 1100hm zum Glaspass und 400hm nach Thurahus
23% Auf dem Singletrail zur Galtialp. Ist aber aufgrund der Bodenbeschaffenheit nicht fahrbar.
29% Auf dem Trail vom Glaspass.
81km Streckenpunkte: Chur | Brambrüsch | Edelweißhütte | Galtialp | Chloster | Parpan | Valbella | Lenzerheide | Lain | Alter Schin | Schrans | Thusis | Urmein | Glaspass | Safien Platz | Thalkirch | Turahus
S2 - S3 Extreme gebückter Singletrail vom Glaspass. Bei Trockenheit sicherlich für Fahrtechniker ein Genuss. Jedoch nicht bei Nässe für die meisten Alpencrossfahrer. Zuviele Absätze, Kehren bei denen man das Hinterrad umsetzen muss und sehr verblockt stellenweise.
7:20 Reine Fahrzeit.
Nach einem äußerst gebeugten Frühstück – war echt erste Sahne – starteten wir natürlich ohne die Seilbahn zu benutzen zur Galtialp. Die autobahnähnliche Straßenauffahrt für die ersten 400hm war schnell gefunden. Dank perfekter Regeneration starteten wir mit doch bemerkenswert ermüdeter Beinmuskulatur trotz des Regenerationstages gestern.
Dazu hatte ich noch müde und teils schmerzende Knie. Die Bergfahrt auf der viel befahrenen Straße war nicht entspannend, aber zweckmäßig. Zudem bot sich auch keine Alternative. Torsten sendete das ein oder andere Stoßgebet in den Himmel, damit mich auch ja kein böser LKW-Fahrer umfährt. Diese Hohlbrote sind in jedem Land gleich rücksichtslos. Die
anfänglichen 400hm überwanden wir dann recht zügig und bogen rechts in den bebauten Hang ab. Mit den zu groben Kompasskarten der ersten Tage hätten wir uns hier definitiv nicht zu Recht gefunden. Insgesamt verfuhren wir uns auch nur ein Mal. Bis Barbüsch verlief der Weg auf Asphalt und war gut bzw. gleichmäßig fahrbar. Wir gönnten uns dann am Berg
noch eine kleinere Pause. Nicht wegen der Beine, sondern vielmehr wegen der Hintern. Sowieso sind die Sitzbeschwerden das größte Übel auf einem Alpencross – neben der permanenten Kuhkacke. Pünktlich in Barbüsch fing es auch mal wieder zur Abwechslung mit dem Regnen an. Wir nutzen die 10min und aßen eifrig unsere mitgenommenen trockenen Brötchen
bzw. Croissants. Die Brötchen in der Schweiz sind dermaßen lecker. Diese Art scheint es in Deutschland nicht zu geben. Einfach Top. Nachdem wir nun schon gut 3,5h unterwegs waren, drückte die Zeit schon etwas und wir brachen zur Edelweißhütte auf. Dann begann die äußerst kreative Suche nach dem richtigen Weg. Wir fuhren laut Karte zu einem
Abzweig mit anschließendem Schiebestück, wo na logisch Galtialp nicht ausgeschildert war. Also zurück Richtung Edelweißhütte aufs freie Feld. Wieder falsch, aber wir wussten zumindest schon mal, wo wir laut Karte waren: falsch. Zurück auf den ursprünglichen Weg. Vorbei am Tragestück. Ende Gelände. Falsch. Wie auch sonst. Irgendwann konnte ich
dann auch die Karte richtig deuten. Ab zum Schiebstück. Endlich richtig. Yipi. Es folgte ein schlammiger Pfad einen Wiesenhang hinauf. Definitiv nicht fahrbar. Gebeugter wurde es dann nur noch auf dem knöcheltiefen und mit Kuhmist verseuchten Wanderweg. Nicht fahrbar. Nach einer Weile begann dann der ausgeschriebene Singletrail. Theoretisch
fahrbar, aber technisch und konditionell doch zu anspruchsvoll. Wir schoben immer mal wieder ein Stückchen, denn wir hatten ja noch einiges vor uns. Es folgte eine teilweise steile, manchmal technischere Abfahrt auf Schotter, Wald- und Wiesenweg ohne jedoch anspruchsvoll zu werden. Nach gut 5h erreichten wir Chloster. Wir nahmen den kleinen aber
feinen Anstieg nach Brugg mit und fuhren schließlich nach Churwalden wieder hinab. Dort begann der konditionell sehr anspruchsvolle Uphill nach Parpan. Zunächst ging es einen relativ gebeugten Schotterweg hinauf, bevor wir auf die beschriebene Downhillstrecke einbogen. Die anderen Biker staunten nicht schlecht, als wir fahrend an ihnen vorbei kamen
War aber schon fahrtechnisch und konditionell grenzwertig. Aus Rücksicht auf die Beine schoben wir die letzten 200m, wobei man diese hätte auch noch fahren können. Aber dass der Weg gleich endet, wussten wir ja nicht. Nacheinander fuhren wir dann durch die verschiedenen Ort Perpan, Valbella, Lenzerheide und Lain bis wir Gott sei Dank noch den Abzweig zum
Schluchtenweg fanden. Sehr lohnenswert, aber nur wenn man schwindelfrei ist. Der Weg ist aber extrem gut abgesichert. Teilweise etwas ruppig zu fahren. Ab und an gibt es eine schöne Aussicht auf die Schlucht. Ein permanentes auf und ab, was an einen CC-Strecke erinnert. Es folgte noch ein bisschen Asphalt auf der Reise nach Thusis oder auch von uns liebevoll
„Tussi“ genannt. Endlich hielten wir zum Mittag auch mal an. Es war bereits 15Uhr, aber die Penne mit Thunfisch bzw. Käsesoße schmeckten trotzdem sehr lecker. Langsam fragten wir uns, ob wir wirklich noch den Glaspass und die Auffahrt nach Thurahus schaffen würden. Dem Kartenstudium zu Folge gab es aber keine Alternative zum Glaspass. 15:30
starteten wir unseren Angriff auf den kleinen 1200hm Anstieg. Die diesmal gut ausgeschilderte MTB-Route führte uns ohne große Umwege und nur sehr selten auf der Hauptstraße in Richtung Glaspass. Ein paar Almödipferdereiter nahm Torsten zum Anlass ein wenig die Pace zu erhöhen und diese auch zügig zu überholen. Die Beine taten so langsam auch schon weh.
Vom Hintern brauchen wir an dieser Stelle auch gar nicht mehr reden. Torstens Spruch: „Wo denn hier die harten Anstieg bleiben?“ fand die Belustigung bei einem Wanderer, der gerade den 20% Anstieg von Torsten hinabstieg. Eine Tüte Rideshotes und 300hm bei stärker werdenden Regen auf dem Glaspass angekommen, stellten wir unsere Bikes in die Garage der Berghütte und fragten drinnen nach einer Alternative zum nassen Trail: Nein.
Ein Eingeborener im Schwitzerdeutsch: „Habs gude Bremsen?“ … Ja haben wir. Trotzdem war der Trail am heutigen Tag für technisch normal versierte Fahrer kaum fahrbar. Zu ausgesetzt, steile, enge und äußerst rutschige Kehren. Ab und zu versuchten wir einen Abschnitt zu fahren. Die Wasserrinnen von gut 30cm Tiefe machten die Unterfangen sinnlos.
So tranken wir in Safien noch fix eine Cola und ließen die Wirtin für uns nach einer ÜN in Thurahus fragen. Der Küchenschluss dort war für 19:30 geplant. Aktuell war es 18:30. 400hm standen noch auf dem Programm und wir hatten ja erst über 3000hm in den Beinen. Torsten kam dann auf die grandiose Idee, dass ich doch schon vorfahren könnte. Ich ließ mich darauf ein und prügelte mein Bike was der Körper hergab den Pass hinauf.
Immer schön das mittlere Blatt auf der durchgängig 10% steilen Schotterpiste. Nach 300hm wurde es deutlich flacher. Zeit für die große Scheibe. Tempo 30 bei 1-2% Steigung waren heute das Maximum. Nach 32min erreichte ich glücklich aber nicht kaputt den Berggasthof. Dieser ist trotz des Preises eine Empfehlung. Schön gemütlich. Leckeres Essen. Die Betten sind zu weich. Wir lassen uns morgen vom Frühstück überraschen. Morgen steht der Tomülpass auf dem Programm. Mal sehen wie sich der geniale Singletrail anfühlt.
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