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Etappe 2: Alt St. Johann - Chur
 
 
 
 
 
1900hm Die Höhenmeter teilen sich fast komplett auf den Anstieg zum Ölberg bzw. zum Kunkelpass auf.
17% Maximale Steigung auf Asphalt zum Ölberg kurz vor dem Abzweig auf den Schotterweg.
20% Maximales Gefälle vom Kunkelpass auf Schotter und Asphalt.
102km Streckenpunkte: Unterwasser | Schwendisee | Freienalp | Ölberg | Leverschwende | Schwendi | Bad Ragaz | Balen | Valens | Mapraggsee | Unter Kunkels | Kunkelpass | Rheinufer | Chur
S0 - S1 Rheinufer.
5:20 Fahrzeit und 7:40 mit Pausen.
Wie schon gestern Abend befürchtet, regnete es heute früh in Alt St. Johann. Wir rollten mit Arm- und Beinlingen begleitet nach Unterwasser. Der Regen nahm dann kontinuierlich zu, als wir in Richtung Ölberg von der Hauptstraße abbogen. So ein Mist dachten wir uns. Der Wetterbericht der letzten Woche aus Deutschland sollte doch tatsächlich richtig sein. Den Anstieg zum Schwendisee brachten wir schnell und ohne merkliche Anstrengung hinter uns. Ab dem Schwendisee gab es
einen kleineren 30hm langen relativ steilen Wiesenanstieg, der bei dieser Nässe gerade noch fahrbar war. Dank der perfekten Ausschilderung fanden wir durch Torstens Überzeugungsarbeit doch noch auf den richtigen Schotterweg zum Ölberg (unbedingt der MTB-Ausschilderung folgen). Der immer stärker werdende Regen trübte die Stimmung nicht sonderlich. Aber die Schotter- und Asphaltabfahrt war dann doch schon ziemlich heftig nass. Torsten fluchte ein wenig. Ich
fand die Nässe bis zu einem gewissen Grad noch ganz amüsant („Nach dem Tag gestern, heute mal ein richtiger Alpencross-Tag“). Aber komplett durchgenässt wieder auf 2000m üNN zu fahren, fand ich dann auch nicht mehr lustig. In Schwendi vollkommen durchgeweicht (die Regenjacke hätte auch keinen Sinn mehr gemacht), stellten wir uns kurz unter und dachten, dass die heutige Etappe beendet sei. Wir entschieden uns die noch folgenden 400hm nach Grabs und Buchs hinab
zu fahren. Dabei stellte sich mir die Frage, ob mir bei der Abfahrt Kuhpisse ins Gesicht regnete – so wie es stank und schmeckte. Das anschließende 20km lange Straßenstück fuhr sich äußerst zäh und machte auf der viel befahrenen Straße einfach keinen Spaß. In Bad Ragaz gönnten wir uns eine gepflegte Powerbar-Pause, bevor wir den gebeugten 400hm Asphaltanstieg in Angriff nahmen. Nach Torsten`s Aussage war zumindest eine Kehre gebückt. Mein da noch
funktionierender Radcomputer zeigte über 20% an. Die Steigungsprozente schwankten zwischen 8 und 14%. Nach Valens wurde es deutlich flacher und die Sonne schien nun auch schon längere Zeit am Stück, so dass ordentlich Schweiß floss. Es folgte eine sehr kurze Abfahrt zum Mapraggsee. Leider fuhren wir bis Unter Kunkels eine nur leicht ansteigende Straße, was für unsere Hinterteile nicht besonders angenehm war. Immer wieder versuchten wir uns im Wiegetritt, was aber dank fast defekten Lockout und den sehr weichen Tourenschuhen sehr verlustreich war. Mein Fahrradcomputer sollte schon wie
2007 diesen Alpencross auch nicht überleben. Die Dinger sind irgendwie für Regen nicht gebaut. Die letzten 250hm zum Kunkelpass erhöhte ich mal den Pulsschlag, so dass man von einer leichten Pace reden kann. Torsten genoss währenddessen die schöne Aussicht, und ärgerte sich, dass er zu viel Zeit beim Trinkflaschenwechsel verliert. Am Kunkelpass angekommen, traf ich auf Rennrad- und Trekkingradfahrer, die sich hierauf gequält hatten. Sie fragten mich, wie lang der Schotterweg nach unten ist. Ich gab ihnen den Tipp den steilen Weg nicht mit dem Rennrad zu fahren. Diese
Empfehlung stellte sich als richtig heraus. Die gemischte Schotter- und Asphaltstraße war äußerst steil. Teilweise über 20% und kurvig. Dies hätte mit dem Rennrad definitiv keinen Spaß gemacht. Der kurze sehr dunkle Tunnel ist bei Zurückhaltung auch ohne Licht komplett fahrbar, wenn da nicht immer diese Touriautofahrer wären. In einer Rechtskurve hätte mich beinahe einer dieser Spezialisten abgeräumt. Dank meiner sehr defensiven Fahrweise, fuhr ich in dieser Kurve sehr weit
rechts und schrammte nur knapp am vorbeischießenden Auto vorbei. Nur ein bisschen schneller und weiter in der Mitte, und die Transalp wäre beendet gewesen. Der Plan bzw. das Ziel des heutigen Tages bestand im Ort Chur, wo wir dann morgen mit der Seilbahn starten wollen. Auf dem Weg dorthin nahmen wir noch den einen oder anderen Trail am Rheinufer mit (sind aber nicht besonders – alles S0). Chur an sich ist kein lohnenswerter Transalport. Laut und überlaufen präsentierte sich uns die Metropole. Zudem noch dieses Preisniveau, oder wo bezahlt man sonst 6,50€ für einen halben Döner. Aktuell
liegen wir noch in unserer Kaschemme für schlappe 55€ und warten darauf, dass der Regen aufhört und wir endlich essen gehen können. Die Schuhe trockne ich zwischenzeitlich mit dem Föhn und belästige Torsten mit einem angenehm blumigen Duft ;) Die Etappe für morgen steht auch fest. Wir fahren keine Seilbahn, damit es nicht gar so anspruchslos wird. Wir haben zwar immer noch einen gewaltigen Rückstand auf unseren Plan, aber das werden wir schon irgendwie aufholen. Jetzt verlässt mich endgültig die Motivation zum Schreiben. Guten Appetit!
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